Mercy Dorcas Otieno
Shownotes
In dieser Rolle rückwärts spricht Rebecca Raue mit Mercy Dorcas Otieno. Mercy ist Schauspielerin am Deutschen Theater Berlin und blickt auf einen außergewöhnlichen Lebensweg zurück, der sie von ihrer Kindheit im ländlichen Kenia über Österreich bis auf die deutschsprachigen Theaterbühnen geführt hat. Das Gespräch zeichnet den Weg eines Lebens nach, das von früher Trennung, der Suche nach Zugehörigkeit und der prägenden Liebe einer außergewöhnlichen Großmutter bestimmt wird.
Die Folge erzählt von familiären Brüchen, unerzählten Wahrheiten und davon, wie Menschen zu Ankerpunkten werden können, wenn andere Verbindungen fehlen. Aus Schmerz, Widerstandskraft und der Suche nach den eigenen Wurzeln entwickelt sich eine Haltung, die von Vertrauen, Mut und der Überzeugung geprägt ist. Es zeigt sich, dass die Kenntnis und Reflexion Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte dabei helfen kann, den eigenen Weg zu finden.
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00:00:01: Und ich glaube, das ist wichtig.
00:00:03: Wenn jemand mich hört und du nicht weiß wer du bist – bitte such!
00:00:08: Es geht nur darum dass du weißt wer du bist und wo du herkommst.
00:00:13: Das, glaube ich, verändert dein Weg wie du auch die Entscheidungen triffst.
00:00:19: Hallo heute begrüße ich Mercy Dorcas Otienow.
00:00:24: Mercy ist Schauspielerin am Deutschen Theater in Berlin.
00:00:27: Mit ihr mache ich eine Rolle rückwärts hin zu Mercy's Kindheit in Kenia
00:00:33: und
00:00:33: zu ihrem Weg, der sie zu der gemacht hat, die sie heute ist.
00:00:38: Als die Mikrofoner schon ausgeschaltet waren, hat Mercy mir erzählt, dass sie noch nie öffentlich über all das
00:00:44: gesprochen
00:00:44: hat – bin ihr sehr dankbar für ihre Offenheit!
00:00:48: In unserem Efra-Podcast wende ich mich mit unterschiedlichen Gästen den individuellen Schlüsselmomenten in der Kindheit zu.
00:00:57: Gemeinsam wagen wir den akrobatischen Sprung zurück zu jenen Stellen, die uns zudem gemacht haben wer wir heute sind.
00:01:05: Das ist nicht einfach – es ist ein Kraftakt der Balance und Feingefühle erfordert!
00:01:11: Was sind die Schwierigkeiten, die gemeistert werden mussten?
00:01:15: Was sind Herausforderungen, welche uns zu dem gemacht haben, wer wir jetzt sind?
00:01:20: Ich bin Mercy sehr dankbar dafür dass sie sich auf dieses Gespräch eingelassen hat.
00:01:25: Ich wünsche euch viel Freude beim Zuhören.
00:01:32: Herzlich willkommen, liebe Mercy
00:01:35: im
00:01:35: Efra-Podcast in der Rollerückwärts!
00:01:38: Du bist Schauspielerin im Ensemble des Deutschen Theaters – ich schaue mir dein Stückchen zwei Wochen an und habe es noch nicht gesehen aber die Karten sind bestellt und ich würde gerne anfangen mit der Frage Wenn du an deine Kindheit zurückdenkst, was ist so das erste Bild, dass in dir aufpoppt?
00:01:59: Also das allererste, was bei mir aufpoppert, ist meine Oma.
00:02:02: Oh!
00:02:03: Ja weil ich bin mit meiner Oma aufgewachsen im Land.
00:02:07: also meine Mutter war in der Stadt und meine Kindheit habe ich es mal eigentlich am Land verbracht Und meine Omas ist eine sehr wichtige Figur in meinem Leben weil sie mich aber geprägt hat in ihrer Art und Weise, die Liebe, die sie mir gezeigt hat.
00:02:26: Ich glaube da ist so viel drin für mich ... wenn ich so an meine Kindheit
00:02:31: denke.".
00:02:32: Das heißt du bist mit deiner Großmutter aufgewachsen?
00:02:36: Also gab es eine Phase wo du mit deine Mutter warst und dann gab's diesen Switch oder was?
00:02:41: Nein,
00:02:41: ich bin sozusagen geboren und dann mit eins bin ich zu meiner Oma.
00:02:47: Meine Mutter hat geheiratet also Nicht mein Vater, sondern ein anderer Mann, der meinen Vater dann wurde.
00:02:55: Und die sind quasi in der Stadt gezogen und haben dort einen Leben angefangen.
00:03:01: Ohne dich?
00:03:01: Ohne mich!
00:03:03: Aber gab es noch andere Geschwister?
00:03:05: Ich hab zwei Geschwisters, aber wir haben zwei Jahre Unterschied.
00:03:09: Mein zweiter Bruder ist sießunddreißig und mein kleiner Bruder ischvierund dreißig.
00:03:13: Das heißt die sind jünger als du oder älter als du.
00:03:15: dann?
00:03:15: Jüngers!
00:03:16: Also wir haben jeweils zwei Jahre unterschied.
00:03:20: Okay,
00:03:20: das heißt die anderen beiden sind mit dem Mann den deine Mutter später erwartet
00:03:23: hat?
00:03:23: Genau, genau.
00:03:24: Aber ich bin komplett mit meinen Oma aufgewachsen Und ich dachte eigentlich am Anfang dass meine Oma meine Mutter war.
00:03:31: Und ich glaube für mich, das zweite starkste Bild ist da wo ich aufgewachsen bin.
00:03:38: Bei meiner Oma ist es wunderschön am Land und wir haben große Bäume.
00:03:44: Richtig krasse große Bäime!
00:03:47: Ich bin als Kind habe ich mich immer unter diesem Baum gelegt und immer in den Himmel geguckt mich so geträumt, so weggeträumten.
00:03:58: Ich habe Flugzeuge gesehen und habe mir gedacht, eines Tages würde ich den Flugzeug fliegen und gucke durch diesen Baum quasi ... Da sind zwei starke Dinge in meiner Kindheit.
00:04:10: Bäume sind wahrscheinlich immer noch sehr wichtig für dich?
00:04:12: Ja!
00:04:13: Das sind sehr, sehr wichtig.
00:04:14: Also ich merke an der Zeit lang mochte ich sehr die Stadt aber je älter ich werde, merke ich dass das Landleben mich wirklich glücklich macht und vor allem wenn ich zurück nach Kenya gehe ... Ich war jetzt gerade neulich in Nairobi oder so ist schön dieses Fast-Life und so.
00:04:36: Aber ich merkt nicht juckt mehr das Land Leben
00:04:41: Also das deutsche, das österreichische oder das kenianische?
00:04:44: Kenianischen.
00:04:47: Weil hier in Deutschland lebe ich in Berlin und auch mittendrin.
00:04:55: aber es ist auch sehr ruhig und es hat so ein bisschen von beiden wo ich wohne.
00:05:00: Ich hab so, es gibt einen Garten.
00:05:03: Also ich bin nicht so weit weg vom Tiergarten.
00:05:06: Das heißt ... diese Verlangen nach Natur und Bäume kann ich einfach sieben Minuten gewicke, so.
00:05:14: Interessant, hä?
00:05:15: Fantastisch!
00:05:16: Ja, ist wirklich eine schöne Mischung.
00:05:18: Genau.
00:05:18: Und in Österreich, da wo meine österreichische Mama andere Geschichte, die sind ja sowieso am Land Es ist sehr wunderschön, wenn ich nach Kampfenstein fahre.
00:05:34: Und da ist einfach ... Großkapfenstein?
00:05:36: Kapfenstein ist eine Sud-Orsteiermach in Österreich.
00:05:41: Ja,
00:05:41: ich bin ja mal gesangteiermag.
00:05:45: Es ist super!
00:05:45: Es sind sehr grün und sättigend Grün auch wirklich so... Bild, hübsch würde ich sagen.
00:05:52: Und
00:05:53: das
00:05:54: ist Wahnsinn!
00:05:55: Es ist wirklich gewaltig auch der Natur dass man sich denkt es wirkt wie gemalt so und das zum Beispiel bereitet mich auch sehr viel Freude und ich merke dass dieses vor allem im Kenia hab ich einfach einen Traum, vielleicht tatsächlich wieder so zurück in meine Kindheit zu gehen.
00:06:15: Dass wenn ich dort was besitze oder sowas ich auch tue, so ein Land ... Es ist wirklich nicht in der Stadt, es ist off-greed nennt man das heutzutage und da kann ich mir vorstellen, zu Gemüse anzubauen, ein schönes Haus dort auch zu bauen, nicht nur für mich sondern Ich habe so einen Traum, dass auch Künstlerinnen dorthin fahren können.
00:06:41: Kreative Arbeit!
00:06:43: Wenn man zum Beispiel sagt ja ich möchte ein Buch schreiben dann kann man sich da zurückziehen und es ist eine sehr wunderschöne Ort.
00:06:50: Kannst du den Orten beschreiben?
00:06:53: aus deiner Kindheit erinnerst du, sind da Berg?
00:06:56: Also wir wissen die Bäume.
00:06:58: Das
00:06:58: Interessante ist es ist das wo ich zum Beispiel gekauft habe, ist nicht da wo meine Oma ist, woanders aber es ist Land und ist auch nicht so weit weg von der Stadt.
00:07:07: Meine Oma wohnt wirklich im Mitten gar nix
00:07:12: In the middle of nowhere
00:07:14: Aber es ist wirklich die Natur frische Luft.
00:07:19: Lebt
00:07:19: deine Oma noch?
00:07:20: Ja, sie lebt noch.
00:07:21: Meine Oma ist ... – Oh, wow!
00:07:24: Sie war ein bisschen jetzt gerade traurig, als ich mit ihr telefoniert habe und hier gesagt hab, ja, ich hab so viel zu arbeiten in der Robi, dass ich gar nicht schafft, sie zu sehen.
00:07:34: Wir haben nur so telefoniert, aber ich hab sie noch nicht gesehen.
00:07:37: Ich hoffe beim nächsten Mal wiederfahren kann ich am Land fahren.
00:07:41: Aber die Zeit ist nicht ausgegangen.
00:07:43: Wie ist es da?
00:07:44: Wie sieht's da aus bei deiner Oma.
00:07:45: Ich
00:07:45: kann Sie doch vorstellen, das ist wirklich fast ... wie sagt man One Acre?
00:07:51: Ein Hektar vielleicht.
00:07:53: Ja, es ist wirklich groß und man kommt rein zu sagen, es gibt einen großen Tor.
00:08:01: Kommst du rein und früher haben meine Onkel da noch gelebt.
00:08:07: Meine zwei Onkel weil das ist so wie ein Brauch oder Tradition.
00:08:12: also Du kommst in diese Tor rein, auf die linke Seite war ein Haus für meine Onkel.
00:08:19: Auf der rechte Seite, mein kleiner Onkel und dann auf der rechten Seite war mein großer Onkel, so hat auch sein eigenes Haus.
00:08:27: Und dann kannst du dir vorstellen, überall Bäume ... Dann hast du wirklich Grünen, es ist so, also das Gras, es wirkt wie
00:08:38: K.I.,
00:08:39: aber nicht K. I.-.
00:08:40: So richtig
00:08:40: sattes
00:08:41: Grün?
00:08:41: Wirklich!
00:08:42: Und dann hatten wir ganz, ganz große Bäumen die so wie Regenschirm aussehen.
00:08:48: Aber nicht so aufgebäumt sondern eher so gerade.
00:08:51: So flach und die Wurzeln waren sehr groß.
00:08:55: Dann gehst du bis ganz nach oben.
00:08:57: Meine Oma haben ein sehr großes Haus gebaut.
00:09:00: Es hat vier Schlafzimmer, fünf Schlaf Zimmer.
00:09:02: Es ist eine Küche, es ist ein Esszimmer oder ein Wohnzimmer... Draußen gibt noch mal ein zweites Haus.
00:09:09: Und dieses zweite Haus ist da, wo die Getreide reinkommen.
00:09:13: Also Mais wird quasi geantwortet, Bohnen ... Da kommt quasi alles rein an einen anderen Ort.
00:09:21: Gibt es dann eine kleine Küche?
00:09:23: Wo wir mit drei Steinen gekocht haben.
00:09:27: Drei
00:09:27: Stein!
00:09:28: Genau, als ich aufgewachsen bin.
00:09:31: Dann gibt es sozusagen die ... Chicken-Itage.
00:09:36: Wo wir so sagen, sehr viel.
00:09:38: Wir gucken ganz, ganz viel.
00:09:41: Küken?
00:09:41: Ganz viele ... Ja,
00:09:42: ganz vielen und das ist Arbeit auch.
00:09:45: Und dann hatten wir Kuh-Shade.
00:09:51: So
00:09:51: ein Kuhstahl.
00:09:52: Genau.
00:09:54: Da haben wir frisches Milch jeden Tag, jeden Morgen.
00:09:59: Wir haben ganz viel Ghee gemacht.
00:10:03: Auch wenn du ... Als Gast kam, es gab einfach Chicken.
00:10:08: Man hat das frisch gemacht ... Wow!
00:10:11: Wir haben ganz viel Bananen, dann hinterm Haus.
00:10:14: Ganz viel Banananen, ganz viel Kälchen und Grün.
00:10:17: Es ist Avocados-Bio.
00:10:21: Alles bio.
00:10:22: Ich kannte nichts anderes.
00:10:24: Wow... Und meine Opa hat ganz viel Land.
00:10:29: Ganz, ganz viele Lande.
00:10:31: Da haben wir ... immer gepflanzt.
00:10:33: So meine Oma war, ist eine sehr entrepreneur, industrious woman so sehe ich sie.
00:10:43: wir haben Zuckerrohr auch aufgebaut damals.
00:10:47: Und
00:10:47: mit dem ganzen, damit wurde Geld gemacht?
00:10:49: Genau.
00:10:50: Sie war so ein richtig ... sie waren Bauern!
00:10:53: Aber obwohl meine Opa war Lehrer, aber meine Oma war quasi zuständig für diese ganze Industrie.
00:10:59: Ja, ist wirklich ganz, ganz viel.
00:11:02: Sie hat Schulen gebaut, Heiskuh gebaut.
00:11:07: in die Schule wo ich da hingegangen bin.
00:11:08: Da war sie viele Jahre bis sie keine Ahnung, siebzig war, war sie zuständig vor dieser Schule.
00:11:14: Sie hat sich ...
00:11:16: Und ihr hattet Mitarbeitende, die sich um die Hühner und die Kühe ...
00:11:19: Genau.
00:11:19: Es gab Leute, meine Oma hat mit ganz viele Leute gelebt.
00:11:24: Also ganz viel auch zur Schule gebracht.
00:11:27: Die ist selber nicht zur Schule gegangen.
00:11:29: Damals war sie der älteste Kind.
00:11:32: Ihr Vater ist gestorben.
00:11:35: Mutter ist dann später gestorban.
00:11:37: Aber sie musste quasi diese Verantwortung nehmen von den Geschwistern.
00:11:41: Sie hat dann früher geheiratet war gewollt, also es ist eine E, dass sie selber wollte.
00:11:48: Genau das war lieber und sie hat dann quasi alles getan, dass ihre Geschwister studieren können.
00:11:56: so die hat quasi in ihr Leben
00:11:59: genau ganz
00:12:00: viele Menschen ganz ganz ganz viele menschen unterstützt und Es gibt gewisse politiker auch wo sie Geld gekriegt hat.
00:12:09: und darum hast du die Schulen gemacht.
00:12:11: Was für eine Frau?
00:12:12: Ja,
00:12:12: diese Phänomenal-Woman wirklich.
00:12:16: Deshalb ist sie für mich mein größter Vorbild.
00:12:19: Wow!
00:12:19: Und nicht nur das... Die war damals sehr streng.
00:12:24: Ich musste ganz schnell lernen Verantwortung zu nehmen.
00:12:28: Warst
00:12:28: du das einzige Kind dann da auf diesem Hof?
00:12:31: Deine Onkel hatten wahrscheinlich auch Kinder, ne?
00:12:33: Ja.
00:12:34: Aber die wohnten quasi in der Stadt.
00:12:36: Aber es gab sozusagen anderen Kindern auch ... Die Muttern da waren, um in der Acker zu versorgen und es waren immer Kinder da.
00:12:45: Und zum Beispiel nachts, wenn ich von der Schule gekommen bin, wurde schon der Mais aus der Acke rausgenommen und dann hatten wir einfach diesen Raum Voll am Mais und wir haben den ganzen Nacht gesungen.
00:12:59: Und diese Mais quasi ab von den Körnern abgemacht.
00:13:03: Das war eine krass Arbeit, aber es war ne wahnsinnige Gemeidschaft!
00:13:07: Die hatte teilweise vierzig Säcke Meis geantet... ...und verkauft und auch zum Beispiel sehr gläubig.
00:13:17: meine Oma ist sehr glübig und auch so ein Beispiel in der Kirche gespendet.
00:13:23: Das ist wirklich krass.
00:13:25: Ich habe sie gerne, sehr, sehr gerne und sie heißt halt Dorcas.
00:13:29: deshalb mein zweiter Name ist Dorcas wie Sie.
00:13:32: es kommt von ihr.
00:13:33: aber eigentlich Dorcas ist eine Frau in der Bibel die sehr gerne immer gegeben hat Die war ne Schneiderin.
00:13:40: interessanterweise meine Oma ist auch nicht Schneideren Aber das noch?
00:13:44: Ja das finde ich hart so krass.
00:13:46: Meine Oma is also nicht Schneidern.
00:13:50: Alles, was diese Frau tatsächlich in der Bibel hat.
00:13:52: Und die Frau in der Bible Dorkers ... Sie hat so viel gegeben in ihre Umgebung, dass als ich starb alle Leute sind zusammengekommen und gesagt haben, wir müssen ihr eine schöne ehrenhafte Verabschiedung geben, weil sie so viel in ihr Leben gegeben hat.
00:14:12: So sehe ich eigentlich meine Ohren.
00:14:14: Ich schätze manchmal mit ihr, sagst du ah!
00:14:18: Du, ich glaube Gott hat dir hundert Jahre gegeben.
00:14:22: Das ist wirklich krass!
00:14:24: Aber ich habe sie auch gesehen wie... Sie hatte natürlich ganz viele Schwierigkeiten erlebt aber sie bleibt immer ganz positiv.
00:14:35: trotzdem also keine Verbitterung und ihr Glaube ist so ein großes Ding.
00:14:41: jetzt das was du sagst Zu Hause.
00:14:43: Meine Opa war eine sehr zurückhaltenden, nicht so all over the place sondern die haben einfach miteinander gesprochen.
00:14:53: Meine oma war so... Ich würde sagen sie hatte die Hosen an und ich glaube meine Opa liebte das sehr.
00:15:01: also der war einfach so in der Schule Seite auch in der Kirche sehr stark aber nicht so wie meine Oma.
00:15:07: Meine Mama hat einfach ne krasse Aura als Frau Und ich könnte wirklich stundenlang über sie sprechen, weil sie hat meine Kindheit geprägt.
00:15:19: Disziplin war Nummer eins.
00:15:21: Verantwortung nehmen Nummer zwei und Nummer drei immer die Wahrheit sagen.
00:15:26: Und glaube was zu sagen das Fundament sowieso.
00:15:31: Natürlich jetzt im Nachhinein denke ich so ... Weil mein Alltag sah aus als Kind.
00:15:36: Die Schule war ungefähr vielleicht vier Kilometer entfernt oder fünf?
00:15:41: Bist du gelaufen?
00:15:42: Ich bin gelaufen morgens.
00:15:46: Mein Alltag fing so an, ich bin morgens aufgestanden um sechs, hab erst mal die Küche draußen vorbereitet.
00:15:54: das heißt ist ein Leben aus Leben.
00:15:56: Wir sprechen jetzt von dir.
00:15:57: in welchem Alter?
00:15:58: Ich
00:15:58: war acht Jahre alt Und ich bin in der Küche, habe schon alles sauber gemacht.
00:16:06: Ich hab das Feuer an und Wasser draufgestellt.
00:16:11: Wir hatten kein Wasser.
00:16:14: Wir müssen zu einer Quelle gehen.
00:16:19: Das war auch ein bisschen weit.
00:16:21: Hast du auch morgens
00:16:22: gemacht?
00:16:22: Das habe ich alles morgen gemacht.
00:16:24: Du bist um sechs aufgestanden!
00:16:25: Ja,
00:16:26: ich hab das erste Essen und musste die Küche.
00:16:28: Das Wasser muss jetzt sagen drauf nicht für Stehs, sondern fürs erst mal vor Duschen.
00:16:32: Und dann das zweite Wasser ist für Stehe.
00:16:34: Während Essen das Wasser gekockt hat ... Ich bin schon ein paar Mal so gelaufen und hab Wasser in eine Wasserkwelle geholt.
00:16:40: Wow... Das Wasser quasi in den Tanks getan.
00:16:43: Also sie hatte so große Eiermann.
00:16:46: Zwei davon aus Metall.
00:16:48: Die musstest du eigentlich wie ... zehnmal hin und her gehen, um sie zu fühlen.
00:16:54: Das hab ich dann gemacht, weil wenn meine Oma hatte ganz viel zu managen ... Und so war der Grundsatz quasi schon mal vorbereitet.
00:17:03: Dann kam ich zurück, hab gedurcht, dann ging ich noch mal zweimal.
00:17:07: Dann war das Tee quasi schon fertig, hab mich angezogen, hab Tee getrunken, bin zur Schule gegangen.
00:17:14: In der Schule war ich wirklich ganz gut!
00:17:17: So?
00:17:18: Das weiß
00:17:19: mich.
00:17:20: Damals hab ich auch gekocht für Lehrer in der Schule, damals.
00:17:27: Weil deine Oma dir gesagt hat, dass das richtig
00:17:29: ist?
00:17:29: Nee, es gab immer jede Woche, gab's in unserer Klasse ... Du musst dir vorstellen, die Kinder, die am Land leben haben ganz andere Resilienz.
00:17:40: Die sind sehr schnell erwachsen.
00:17:42: Was ... Auf anderes vielleicht.
00:17:45: Deshalb bin ich auch Spielerin geworden, damit ich immer spieler, auch wenn ich älter bin.
00:17:49: Genau!
00:17:49: Weil diese Spielzeit gab ganz minimalisiert aber es gab sehr viel Verantwortung.
00:17:55: Wann würdest du sagen hast ... also jetzt hast du von, als du acht warst gesprochen?
00:18:00: Ja, aber die
00:18:00: Zeit davor waren zu spielen.
00:18:02: Es war schon früher auf jeden Fall.
00:18:03: Es gab Sachen, die normal waren abzuwaschen mit sieben und meine Oma... Auf jeden Fall in der Schule.
00:18:13: erst mal hab ich dann für die Lehrern geguckt und es gab so eine Register, also wer kocht war.
00:18:22: Und ich kann mich ja erinnern eines Tages habe ich so gut gekocht dass die Lehrer alle erstaunt waren.
00:18:27: Was ich halt ein bisschen blöd fand das Essen was du gekockt hast nicht essen darf, mich gelaufen zu meiner Oma.
00:18:36: Meine Oma hat noch nicht mal, sie hat noch nie gekoacht!
00:18:40: Dann komme ich nach Hause.
00:18:42: Und was ich echt nicht mochte.
00:18:46: Sie könnte mir nicht sagen, alle Zutaten die sie braucht zum Beispiel Öl Salz alles sind einfach in einem Tray.
00:18:54: dann kannst du quasi alles das mitnehmen und dann kannst Du halt entspannt kochen.
00:18:59: Sie haben mir eine Sache bringen wir Salz
00:19:02: Dann wärst du losgegangen.
00:19:03: Es ist jetzt nicht so, dass das daneben ist ... Ich muss zu seinem Brusthaus laufen und da suchen!
00:19:07: Und ich hab
00:19:08: Ponga!
00:19:08: Ja, dann kam's wieder was.
00:19:10: Und ich habe teilweise manchmal ... Habe ich mich so hingelegt und bin so richtig geärgert.
00:19:16: Und sie so, Marci, wo bist du?
00:19:19: Und dann hat sie gekocht, dann hast du gegessen, dann bist du noch mal vier Kilometer zur Schule gelaufen.
00:19:25: Dann kamst du wieder abends.
00:19:27: Und wenn du abends gekommen bist ... muss ich dann meine Schulsachen waschen, damit sie morgen sauber sind.
00:19:33: Hast du selber gemacht?
00:19:34: Habe ich selber gemacht!
00:19:35: Im Nachhinein war das Ganze eine sehr wichtige Schule für das Leben in Europa.
00:19:43: Also... Ich wurde eine sehr große Fundament gegeben, diese Selbstverantwortung und diszipliniert zu sein immer weiter und suchen das, was du brauchst und alles geben.
00:19:58: Und das war eigentlich das Fundament.
00:20:00: Es gab Momente, wo ich das Gefühl hatte ... Ich hab eine Kindheit verpasst.
00:20:07: Ich dürfe nicht Kind sein und diese Sehnsucht war in meinen zwanzigern wurde mir sehr bewusst.
00:20:15: Mittlerweile habe ich das gar nicht mehr aber es waren sozusagen die gegebenen Umstände also mit neun Jahre.
00:20:23: meine Mutter kam dann irgendwann mal später.
00:20:26: Also bis du acht warst, hattest du deine Mutter gar nicht so auf dem Schirm?
00:20:30: Sie kamen einmal.
00:20:32: Nicht so oft und ich kann mich erinnern als sie das letzte Mal kam ... Wollte sie, sie war da um mir zu sagen, dass sie bald mitnehmen wird nach Nairobi aber ich hab sie nicht erkannt.
00:20:47: Sie war mehr wie fremd.
00:20:50: Und dann kam sie beim zweiten Mal und dann hat sie mich abgeholt.
00:20:54: Ich kann mich herinnern, ich wollte es nicht!
00:20:58: Klar.
00:20:58: Da warst du neun Jahre alt?
00:21:00: Ja, da war ich neun Jahren alt.
00:21:01: Ich wollte es nicht.
00:21:04: Und das war eine krasse Schnitt in meinem Leben und ich musste von Sierra County – das ist in Kenia bis nach Nairobi – und neue Schule, große Schule.
00:21:21: Und ich habe nie wieder meine Grades
00:21:25: noten.
00:21:27: Die waren nie wieder gut am Land.
00:21:31: Und da ist was gebrochen gewesen, weil ich auch die Frau ... die mich quasi nahm, meine leibliche Mutter war, aber ich hatte keine Bindung.
00:21:41: So, ich hab ein bisschen Problem, weil es gibt eine Seite von mir, wo ich ... Ich hatte Tuberkulose als Kind und ähm ... Meine Mutter war ... Ganz viel mit mir im Krankenhaus.
00:21:56: Das heißt, bevor du von deiner Oma weggegangen
00:22:00: bist
00:22:00: ...
00:22:01: Es gibt Bildern?
00:22:03: Ich kann diese Zeit bis heute nicht einordnen!
00:22:06: Hast du deine Oma mal gefragt?
00:22:08: Ich muss eigentlich meine Mutter fragen, weil ich weiß wirklich nicht.
00:22:11: Also ich weiß nur dass wir jeden Tag, ich musste jeden Tag eine Spritze, dreißig Spritzer in den Monat bekommen.
00:22:18: Und ich war sehr krinklich.
00:22:20: Wie ist es noch mal, wenn man Tuberkulose hat?
00:22:22: Also ... Du hast jetzt gesagt, es geht um die Lungen und du hoffst das halt sehr viel bis Blut.
00:22:29: Genau!
00:22:29: Und du hast echt Atmungsprobleme.
00:22:32: Aber wann das war...
00:22:34: Ich
00:22:35: weiß das nicht.
00:22:35: Nein.
00:22:36: Krass.
00:22:37: Ja.
00:22:37: Es ist wie weg.
00:22:38: Und ich weiß nicht was da passiert ist.
00:22:40: Warum mein Gehirn das irgendwie so ... Weggedrängt.
00:22:46: Genau, genau und es gibt wie ...
00:22:49: Ein Riss?
00:22:49: Ja ein Riss aus meiner Vergangenheit die ich nicht konstruieren kann oder nicht mehr gut wahrnehmen.
00:22:56: und deshalb das einzige was ich habe ist die Zeit mit meiner Oma und das kann ich sehr detailiert erzählen wie's war und die Gefühle die dort waren.
00:23:05: meine Mutter hat dass sie so krass.
00:23:08: aber es gibt eine Tag, den ich mich erinnere.
00:23:11: Zum Beispiel meine Mutter hat ja in der Jahr und acht und Acht sich geheiratet.
00:23:16: Ich war ein Jahr alt Und die Traditionen sagen dass dein Kind darf nicht in einer Hochzeit sein.
00:23:25: So ich kann mich erinnern.
00:23:26: das ist meiner mutter.
00:23:27: die hatte eine große Hochzeit Und ich war ganz jung aber Sie war so schön gekleidet, alle fertig.
00:23:38: Das Auto ist da.
00:23:40: Die wird sozusagen in eine Kirche gefahren und sie hat mich verlassen!
00:23:47: Und es gibt sogar ein Bild wie ich bitterlich weine.
00:23:51: Bitterlich... Ich glaube an Energien.
00:23:57: Und ich glaube, da ist was zerrissen.
00:24:00: Genau.
00:24:02: Weil ich kann das Gefühl Kann ich mich erinnern.
00:24:06: Und wenn ich das Bild sehe, kann ich das total bestätigen?
00:24:11: Also dass da was gebrochen ist.
00:24:12: Aber sie sind quasi die Tradition nachgegangen.
00:24:16: Weil ich war so ein Baby-So.
00:24:18: Ja!
00:24:18: Ich finde es gibt ganz schön stark gesellschaftlich ... Anna kannst du sagen, die Wahrnehmung des Achti's sind doch noch so klein.
00:24:26: Genau, sich dich checken das gar nicht.
00:24:28: Aber meine Seele erinnert sich an das.
00:24:30: Ja und auch, dass man sehr viel... Roa und sehr viel direkter wahrnimmt als kleines Kind.
00:24:36: Und habe es auch sehr stark bei meinen Kindern so empfunden, dass das überhaupt nicht war ist.
00:24:43: Vielleicht sind die Erinnerungen gehen dann nachher werden ein bisschen abgestumpft oder man hat nicht mehr so einen Zugriff drauf weil ja auch so viele mehr Erfahrungen sich drüber setzen.
00:24:53: aber das sind schon im Kern Prägungen natürlich.
00:24:57: Ich glaub sogar, dass das geboren werden so eine Prägung ist eigentlich und dass wir das wissen.
00:25:02: aber wie du sagst ich bin das sehr interessant Wie du beschreibst, dass da was ist Und du nicht rankommst also dass du weißt dass es da ist Aber Das auch nicht in der Chronologie
00:25:13: und ich glaube ich will sogar heute mein vater darüber fragen mich schon heute an und und frage nach
00:25:19: Ich habe zwei Bilder die ich gerne mit dir teilen will.
00:25:21: das aber die eine Frage isst gibt Es eine bestimmte vorstellung von Zeit, so wie du aufgehst.
00:25:27: Also ist die Zeit linear?
00:25:29: Wie ist die Vorstellung von Ereignissen?
00:25:32: Sind sie ...
00:25:33: Nee, das sind nur Momente.
00:25:35: Es floppen aufeinander.
00:25:38: Aber dadurch dass ich glaube... Ich hatte keine stabileres.
00:25:44: Die einzige stabilste Zeit war bei meiner Oma und das ist das was ich mich sehr erinnere.
00:25:50: Aber ich glaube, ich war dann meine Mutter und ich war wo.
00:25:54: Und deshalb kann ich das wirklich nicht begreifen?
00:25:58: Es
00:25:58: ist eigentlich eher wie so ein Haufen
00:26:00: von Dingen
00:26:01: ... Genau!
00:26:01: ... die sich stapeln.
00:26:02: Manchmal kannst du was rausziehen, angucken oder gehst da wieder rein.
00:26:06: Ich hab nur Momente oder Situationen mit meiner Oma.
00:26:10: Du machst etwas... Du hast irgendwas Falsches gemacht.
00:26:15: Die tut es so, als ob sie das vergessen hat.
00:26:17: Sie kommen aber später Sie hat so eine kleine ... ist sie so, wenn du so ein... So ne
00:26:23: kleine Peitsche?
00:26:24: Ja.
00:26:25: Aber aus dem
00:26:27: Ast.
00:26:27: Ja, so eine Kleine!
00:26:29: Und sie so tut's was Obst.
00:26:30: Du hast das vollkommen schon vergessen, dass du irgendwas gemacht hast.
00:26:35: Leute, das war ... ... und dann erinnert es sich, oh ich hab das gemacht aber das Tolle war.
00:26:47: Es gab Disziplin, aber am nächsten Moment waren wir die besten Freunde.
00:26:52: Und da wusste ich immer ... dass meine Oma mich wahnsinnig lieb hat und sie hat mich nicht einfach nur so geschlagen oder den Hintern versult.
00:27:04: Einfach so?
00:27:05: Es gab wirklich Gründe!
00:27:08: Ich wusste am nächsten moment, wir waren die beste Friends.
00:27:11: Deshalb hab' ich auch bis heute Keine jegliche, oh ich bin ...
00:27:16: Ein Gramm
00:27:17: oder so.
00:27:18: Überhaupt nicht!
00:27:19: Es war immer gerecht.
00:27:21: Krass.
00:27:21: Das Bild als du vorhin angefangen hast von dem Land zu erzählen?
00:27:25: Ja.
00:27:26: Ich wollte es nur noch mal reinbringen weil dich das so schön fand.
00:27:29: Es hört sich für mich fast wie so metaphysisch an also dass dann Tor ist und da ist auf der einen Seite der eine Onkel.
00:27:35: Auf dem anderen Seite ist es wie das Tor gehalten von so zwei zwei vorfahren, männlichen Vorfahren.
00:27:42: Dann hast du diese Bäume die Schutz bieten wie so ein Dach und dann hast du gesagt dass sie so starke Wurzeln hatten.
00:27:49: Und das fand ich so auch.
00:27:50: also vielleicht stelle ich es mir ja wahrscheinlich ganz anders vor als es wirklich ist.
00:27:54: aber so dieses... Also die Wurzel in die Erde hinein eben auch als metaphysisches Bild gehalten sein von den Ahnen von Generationen Von Vorfahren und Vorfarinnen.
00:28:07: Und dann kommt das Haus von deiner Großmutter, also was groß ist und viele Schlafzimmer hat und wo Getreide sind oder ... Das
00:28:16: kann ich noch mal noch genauer beschreiben!
00:28:18: Also interessant die Treppen, die sie da aufgebaut haben, die sehen nichts.
00:28:23: Gradlinig.
00:28:24: Die sind kurvisch, ja?
00:28:27: Und dann gehst du nach oben und machst die Tür auf, hast eine Veranda.
00:28:31: Diese Veranda ist auf der linken Seite mein Opersbüro.
00:28:37: Dann gehst Du in das Wohnzimmer ... Das ist riesig!
00:28:42: Meine Onkels-Bild ist auf dem Wand meine Tanten und Onkel als sie Kinder waren.
00:28:51: Ich bin der älteste ... Enkelkind, also der allererste und älteste.
00:28:56: Und mein Bild ist auch da meine Urgroßmutter.
00:29:00: Dann gibt es Kalender ... die aber nicht von dieses Jahr ist, sondern ich glaube, das war in deiner Zeit.
00:29:08: Und dann gab's eine Bild, das hat mich immer ... Ich fand das krass, weil meine Großeltern waren sehr tiefgläubig!
00:29:16: Die haben so ein Inferno.
00:29:19: So ein Bild, die zeigt... Der kleine Weg zum Himmel und der große Weg in die Hölle.
00:29:28: Und ich hab damals immer das Bild wahnsinnig angestarrt, und die ist noch bis heute da!
00:29:35: Wenn dann gibt's eine Tür ... Das ist das Wohnzimmer mit viele Sofern und Tische... Meine Oma hat einfach ganz viel Besuch von der Kirche, die Gemeinde und alles schmuckt.
00:29:47: Also wirklich lehrern.
00:29:48: Es kommen ganz viele Leute.
00:29:51: Und dann gibt es eine blaue, baby-blaue Tür mit Glas.
00:29:56: Wenn du das aufmachst, da ist sozusagen der Esszimmer und diese Esszimmers hat ne Tisch und dieser Tisch hat acht Sesseln wirklich sehr groß geräumig.
00:30:08: Auf die linke Seite gehst du gerade aus.
00:30:11: Das ist meine Oma Schlafzimmer.
00:30:14: Geradeaus ist das Bad und Toilette.
00:30:17: Auf der linken Seite ist ein anderen Zimmer.
00:30:20: Dann kommst du wieder zurück, also der Esszimmer ist immer so quasi ein Übergangszimmer.
00:30:26: Und dann gibt es noch ... Das ist immer der Mädels-Schlafzimmer.
00:30:31: Das hat zugeschleifen!
00:30:33: Da hab ich geschlafen mit meiner liebsten Tante, die leider gestorben ist.
00:30:37: Die war wirklich mal passend-passend.
00:30:39: Da haben wir ganz viel geschlafft und ganz viel geredet.
00:30:42: Ist die so alt hinter ... Nein, die ist älter als du?
00:30:44: Nee, die war so alt wie deine Mutter!
00:30:46: Ja genau.
00:30:47: Und das sind so die Mädels.
00:30:49: Dann gehst du noch in eine andere Tür.
00:30:51: Diese andere Tür ist grün, diesmal.
00:30:54: Und dann gehst Du sagen über die Flur und dann gibts ein anderer Raum.
00:30:57: Das haben wir immer gesagt, die Jungs, Zimmer.
00:31:00: Und da gibts ne Küche Am Ende.
00:31:02: Dann gehst du wieder raus, ja?
00:31:05: Und dann bist du draußen!
00:31:06: Also es ist alles sehr ... Er hat alle viele... Auch die Farben sind wahrscheinlich ...
00:31:11: Die Farben hab ich dann später.
00:31:14: also diese Blau war immer da.
00:31:17: Es ist wirklich der hat ein sehr großes Haus gebaut.
00:31:20: Das Ding ist so sagen wir haben keine Sillingboard.
00:31:23: Es ist so wenn ich in diesem Zimmer bin Ich kann mit dir reden wenn du in einem anderen Zimmer bist weil du mich hörst.
00:31:28: Ah, du hast getrennt.
00:31:30: Das ist nur eins.
00:31:32: Genau!
00:31:33: Und da waren so, sag ich auch manchmal die Gespräche zwischen meinen Opa und Oma, ich depitzt weil ich könnte hören... ...und was ich sehr interessant fand zwischen den beiden.
00:31:46: Manchmal können sie einfach schreiten und das haben wir, wie wirst du?
00:31:51: Aber jeden Abend haben sich verziehen weil sie glaubten wirklich an diese Verarsst sagt, let not the sun go down on your anger.
00:32:02: Und da haben sich wirklich auch sechzig-siebzig Jahre später immer noch dran gehalten dass man mein Opa immer gesagt hat die haben sich immer dadder und dugu also Schwester und Bruder Genannt.
00:32:18: Eben Gottes Sinne!
00:32:21: Und mein Großvater hat immer gesagt, da, auf meine Muttersprache bitte verzeih'n mir dass ich da heute horne.
00:32:30: und meine Oma hat irgendwie gesagt ja es tut mir auch leid das die sind wirklich nicht schlafen gegangen ohne sich zu verzeihen.
00:32:36: Ich möchte noch kurz weil ich finde so interessant wie's weiter ging.
00:32:39: also dann bist du mit neun Plötzlich nach Nairobi.
00:32:42: Genau!
00:32:43: In Nairobi gelandet, wahrscheinlich in einer Wohnung ... In
00:32:46: einer Wohnung, in der Stadt, neue Schule?
00:32:48: Ich bin so ein...
00:32:50: Mit neuen Geschwistern?
00:32:51: Die kanntest du noch nicht richtig oder?
00:32:54: Nee, noch nicht so richtig.
00:32:56: Also plötzlich
00:32:56: hat das nur zwei Brüder?
00:32:58: Genau, genau.
00:32:59: Aber das ist interessant.
00:33:01: also alles was zu sagen jetzt danach kommt.
00:33:05: ich kann mich nur an Momenten erinnern Aber ich merke, dass ... Ich war in einer Haushalt.
00:33:11: Wo meine Eltern keine gute Beziehung zueinander hatten
00:33:16: bis heute.
00:33:16: Sind die noch zusammen?
00:33:17: Mhm.
00:33:18: Du hast mehr Kontakt zu deinem Vater!
00:33:20: Genau und ich hab auch irgendwann mal entschieden eine gesunde Distanz zu halten weil ich möchte gesund bleiben Und ich finde das.
00:33:30: die Eltern wissen nicht was vor dem Macht sie haben über ihren Kindern Und mir ist bewusst geworden, dass ... ich wurde nicht ernst genommen von meiner Mutter.
00:33:44: Und nicht gesehen so.
00:33:47: Deshalb bin ich total froh, das Leben mir erlaubt hat, Kinder zu verlassen und etwas Neues für mich aufzubauen.
00:33:55: Weil ich glaube, wenn ich in diese Umgebung so gewesen wäre, wär ich da ran kaputt gegangen.
00:34:00: Wenn man Nicht-Liebe hat, kann man nicht Liebe geben.
00:34:04: So.
00:34:04: Und so hatte ich das Gefühl dass von Anfang an ... Ich hab mich immer gefragt, ob meine Mutter meine Mutter ist.
00:34:12: Weil sie hat keine gute Beziehung zu meinem Vater.
00:34:17: Sie war sehr depressiv.
00:34:20: Sie hat das alles aus mir rausgelassen.
00:34:23: Wenn irgendwie so meine Geschwister irgendwas gemacht haben, dann war ich immer der Verantwortlichste und ich lernte, dass ich kann nur geliebt werden wenn ich was mache.
00:34:34: Das bedeutet, ich habe viel geputzt.
00:34:36: Ich hab viel gekocht um ihr gerecht zu sein und Sie waren nicht in der Lage Nicht mal danke zu sagen.
00:34:47: aber sie würden ganz anderen Leuten erzählen wie stolz bin Aber mir nicht zu sagen dass sie das toll findet.
00:34:57: Ich war in diese schule angekommen.
00:35:01: Deshalb ist das sozusagen eher so nur ... Ich kann mich nicht mal erinnern an diese erste Schule, als ich reinkam.
00:35:07: Wie das war?
00:35:08: Überhaupt nicht!
00:35:09: Das ist so wie auch Wettgedrängt.
00:35:11: Obwohl du schon neun Jahre alt
00:35:12: bist?
00:35:13: Genau, wo ich eigentlich ... Man würde sagen es sollte man sich erinneren aber zum Beispiel da habe ich überhaupt keine Einerung hab versucht mich da irgendwie zu Recht zu finden.
00:35:25: Aber
00:35:26: meine Performance in der Schule ist nie so gut gewesen war meine Oma.
00:35:32: Und ich hatte auch so ... ganz viel Wut, was kenn ich?
00:35:36: Ganz viel Wud!
00:35:39: Also ab dann
00:35:39: oder vorher schon?
00:35:41: Ab dann, weil ich glaube erst mal es war der Wutkram, weil jetzt der Ort, der vor mich zu Hause war, verlassen habe und man hat mich nicht psychisch vorbereitet, dass ich meine Omas verlassen würde.
00:35:56: Aber stimmt auch
00:35:56: ganz schön krass für deine Oma,
00:35:57: oder?
00:35:58: Ja aber ja Aber sie musste es, die hatte keine andere Wahl.
00:36:03: Wie ist das Verhältnis deiner Oma und der Mutter?
00:36:06: Gut!
00:36:06: Also jetzt ... mittlerweile pflegt sie sogar in ihrem hohen Alltag.
00:36:10: Ähm... Und als ich dann nach Nairobi kamen ... Ich hab das gar nicht gemerkt im Restrespekt.
00:36:20: Jetzt kann ich sagen, dass ich damals wahnsinnig wütend war.
00:36:23: Dass ich von meiner Oma weggekommen bin und neues Leben anfangen soll.
00:36:27: Eigentlich bist du einfach genommen worden.
00:36:29: Genau, ich hatte überhaupt keinen.
00:36:32: Und in dieser ... Nein damals gab es ... Es gibt keine Entscheidung.
00:36:36: Wenn du Kind bist, bist du kind.
00:36:39: Das ist deren Erziehung so.
00:36:42: Ja und ich bin jemandem von meinem Charakter, ich bin sehr bubbly.
00:36:48: Eigentlich hab' ich das gefühlt.
00:36:49: So lustig uns.
00:36:50: Viel
00:36:50: zu drehen.
00:36:54: Ich habe auch eine Meinung zu singen und das könnte sie nicht haushalten.
00:36:59: Und es gab so eine Zeit, wo sich in denen mit meinem Vater die Beziehung nicht so gut war.
00:37:05: Die ist am Land gezogen und ich musste mit meinen Grudern, wie er zu dreht, das Haushaltsstimmen.
00:37:14: Da hat mein Vater uns zum Beispiel mittags immer Geld gegeben.
00:37:19: Es gab Pommes, Wurst ... Kenyanis.
00:37:23: es so ist.
00:37:23: So sind jetzt die besten!
00:37:27: Cola oder Fanta, das haben wir wirklich jeden Tag.
00:37:30: Jeden Tag haben wir ... und abends kam mein Vater von der Arbeit, dann haben wir zusammen gekocht.
00:37:38: Ich hab die Wohnung geputzt, da musste ich quasi die Verantwortung nehmen.
00:37:43: Nach einem Monat kam sie zurück.
00:37:46: Und war natürlich immer ganz sauer und ganz böse.
00:37:50: Dann hat's mich richtig krass zu schlagen, wo ich kann mich erinnern, ich bin weggerahnt Und die Schwester von meiner Mama, die war dann ... äh ... der nächste Person.
00:38:04: Das war ich am Nährste.
00:38:07: Dass du mit der im Zimmer geschlafen hast?
00:38:09: Ja!
00:38:09: War
00:38:10: die auch
00:38:11: in Nairobi?
00:38:11: Sie war auch in Naerobi und dadurch, dass meine Mutter mich sehr viel geschlagen hat.
00:38:18: Es war nicht mehr so schlagen wie meine Oma Popova soll, sondern es ist wirklich ... Gewalttätig?
00:38:25: Ja, gewalttäglich.
00:38:26: Wo ich das Bett ziehen muss und so ... Und ich bin weggerannt.
00:38:31: Ich bin zu meiner Tante gegangen und gesagt, ich kann nicht mit meiner Mutter leben.
00:38:36: Sie nahm mich und ich hab mit ihr drei Jahre gelebt.
00:38:38: Ich war wirklich weggelaufen.
00:38:41: Ich ging zu ihr nach Hause.
00:38:43: Sie hat meine Klamotten geholt.
00:38:48: Und dann hat sie wirklich ... Die hat sich gekümmert um mich!
00:38:53: Sie hat meine Schuhe puliert.
00:38:55: Hatte sie auch Kinder?
00:38:57: Sie hatte keine Kinder, aber sie war die beste Mutter.
00:39:00: Das war der Person ... wenn ich das Gefühl hatte in dieser Welt, dass sie mich verstand und meine Oma.
00:39:08: Aber meine Ome ist mittlerweile älter.
00:39:11: Und diese Bond ist immer noch da, aber es ist nicht mehr so wie das früher war.
00:39:15: Weil sie wird ältern, werden Kind.
00:39:17: Aber mein Tante ... Ich glaube, als sie vor drei Jahren gestorben ... Wirklich eine Mutter verloren.
00:39:25: Und ich hab mit ihr drei Jahre gelebt, kam dann wieder in der Schule und da war ich wirklich jeden Freitag ... Ich wurde auch selber sehr gewalttätig.
00:39:36: Gewalttächtig meine so, ich habe gekämpft mit Kindern in der Schule jeden Freitas.
00:39:39: Gab's irgendwas, hab ich mit jemandem.
00:39:42: Aber es sahte damit zu tun, dass meine Stimme nicht gehört wurde.
00:39:48: Dass ich immer das Gefühl hatte, I don't belong!
00:39:53: und dass ich das Gefühl hatte, ich habe wirklich ganz viele Gespräche mit Gott gehabt.
00:39:58: So warum hast du mich hier gebracht?
00:39:59: Warum diese Mutter?
00:40:00: Warum muss ich sie
00:40:01: haben?".
00:40:03: Und in der sechste Klasse war ich zwölf.
00:40:10: Ich hatte plötzlich einen sehr starken Gefühl, dass ich weisen könnte.
00:40:15: Dass ich kein Vater habe oder keine Mutter habe.
00:40:19: Also ich allein eigentlich auf diese Welt alleine bin,
00:40:23: gar nicht.
00:40:24: Also wie hast du es geschafft daraus zu kommen?
00:40:26: Wie ging dieser Schritt das...
00:40:27: Ich hatte das Gefühl dass ich Weisenkind bin.
00:40:31: so ich springe vor ich bin achtzehn.
00:40:37: Ich bin auch in der Internatschule gekommen.
00:40:39: Das ist normal in Kenia, mein Bruderin auch, die gehen quasi mit neun schon ... Mit zehn schon in der Internationalschule und somit ist unsere Beziehung nicht bauen können.
00:40:51: War
00:40:51: das eine wohlhabende Familie?
00:40:53: Mittelklasse, die nicht wohl haben.
00:40:55: Und ich kam dann quasi, ich war achtzehn, und in der Schule mussten wir so eine Personalausweis machen wenn du achtzehnt bist und dann brauchst du die Geburtsurkunde Mhm.
00:41:06: Dann bin ich nach Hause gegangen, wir wurden nach Hause geschickt und ich war in der Naht, sieben Stunden von Nairobi entfernt.
00:41:12: Da musste ich nachhause fahren ... Und sagte ja, ich bin nur hier drei Tage, weil ich das und das so rufe.
00:41:18: Okay.
00:41:19: Dann haben meine Mutter im Wohnzimmer, mein Vater kam jetzt gerade vor der Arbeit.
00:41:26: Ich hab dann gefragt, wo sind die?
00:41:29: Ja genau, die Unterlagen da.
00:41:33: In der Schublade!
00:41:34: Und dann finde ich meinen ... Mein Geburtstagkunde.
00:41:37: Und der Geburtzugkunde steht ... Bei meinen Brudern steht Vater, mein Stehvater bei mir steht gar nichts.
00:41:46: Ah, ah!
00:41:47: Krass!
00:41:47: Dann hab ich ganz laut gefragt, warum steht da bei meine Bruder hier der Vater und bei mir ist gar nichts?
00:41:55: Und dann hat ... Meine Mutter ist ja wirklich die Kele aufgefallen weil ich hatte eigentlich das größte Geheimnis gelüftet, was eigentlich die ganze Zeit, dass ich mein ganzes Leben in einer Lüge gelebt habe.
00:42:13: Am nächsten Tag gingen sie mit mir so einkaufen also sie wollten mir Kleidungen kaufen meinte sie ja weißt du?
00:42:20: Ich war mit deinem Vater und ich war schwanger aber der Vater wollte sich die zweite Frau von ihm sein soll weil er durfte zwei Frauen heiraten Polygamie.
00:42:30: Und dann hab ich gesagt, nein.
00:42:31: Aber dann habe ich gesagt ... Na ja, okay, aber warum hast du mir nicht die Möglichkeit gegeben, ihm's kennenzulernen?
00:42:37: Ja, der ist auch gestorben und im Moment hab ich mir gedacht, ja, wenn er mich nicht gesucht hat, dann suche ich ihn auch nicht.
00:42:46: Ähm, aber... Ich hab das sozusagen nur ihre Story genommen.
00:42:50: Fast forward!
00:42:52: Ich bin in Österreich mein älteste Onkel mit der rechten Hausstab.
00:42:58: Als ich nach Kenia hatte, hatte ich ein Traum immer wieder.
00:43:00: Dass ich meinen Vaters Grab suche und meine Tante Nerea gestorben ist, angerufen gesagt habe.
00:43:10: Können wir Leute beauftragen?
00:43:12: Ich muss mein Vaters Grab finden!
00:43:15: Sie fragte dann, warum mir jetzt ... Ich habe so einen Traum und sie wiederholt sich und es hört nicht auf.
00:43:22: Und ich weiß, ich muss das
00:43:23: machen.".
00:43:24: Sie hat sofort das angenommen, Leute beauftragt.
00:43:27: Wir haben dann ganz schnell der Bruder von meinem Vater kontaktiert und ich hab mit ihm gesprochen ... Und ich dachte oh mein Gott!
00:43:37: Ich bin nach Kenia zur Beerdigung, wir waren fertig.
00:43:40: Der Bruder vom Vater kam leiblicher Vater.
00:43:44: Und plötzlich sah ich nicht selbst weil er so zwei Meter groß ist kleine Ohren wie meine große Füße, große Händen... Oma, väterlicherseits gefahren.
00:43:57: Und sie waren noch am Leben und ... Sie haben eine große Fest gemacht, die hat gekocht für mich.
00:44:03: Ja, sie kommt zurück nach Hause.
00:44:07: Bin dort hingefahren, hab ... bin so grab mein Bruder.
00:44:11: Ich habe ne Schwester gesehen.
00:44:13: Ich hab zwei Schwester und ein Bruder, dem wir uns an Vater teilen.
00:44:17: Und dann lerne ich kennen, dass sie sogar mit meinem Bruder in der Schule war.
00:44:21: Obwohl ich nicht wusste, dass wir Geschwistern sind.
00:44:25: und meine Oma vaterlicher Seite hat mir gespuckt in der Hand und sagt es ist gut, dass du die Ahnen geirrt hast, dass ihr zurückgekommen bist und möge dein Weg gut sein.
00:44:37: Das Interessante ist, dass in dieser Reise alle Menschen, die ich gesehen habe, sind alle gestorben nachdem ich nach Deutschland kamen.
00:44:47: So was auch immer mich da versucht, da zu pushen.
00:44:50: Zu gehen wusste ganz genau dass wenn ich ein Jahr später gehe dann werde ich nie die Möglichkeit haben sogar selbst meine Oma kennenzulernen aber ich dürfte ihn kennen.
00:45:01: Ich dürfe sie kennen.
00:45:03: Gut das du auf deinen Traum gehört
00:45:05: hast Ja aber ich hatte keine Frieden oder so und ich wusste ich muss es machen.
00:45:12: deshalb habe eine sehr starke Intuition und geh immer danach was es sagt Es ist, also ... Achtundneunzig Prozent richtig.
00:45:21: Wow!
00:45:22: What a power woman wirklich?
00:45:24: Krass.
00:45:25: Ich möchte noch kurz wie es kam, dass du eben hierherkamst und auch mich interessiert total, wie der Weg dann in die Schauspielschule kam so.
00:45:34: Weil du hast vorhin kurz gesagt, dieses Nicht-Spielen können.
00:45:38: vielleicht als Kind habt ihr den Wunsch gegeben zu spielen.
00:45:41: Ich bin nach Deutschland gekommen, weil meine Tante, ich weiß davon meine Mama, eine Rare die gesagt hat, weil in dieser Zeit ... es gab Drama.
00:45:50: Ständig Drama auch und meine Mutter immer noch.
00:45:52: Und ich bin auch von ... mit achtzehn auch ... bin ich wirklich von zu Hause weggelaufen?
00:45:58: Dann hat sie mich angerufen meinte so ja ... Weil ich wollte eigentlich Journalisten werden.
00:46:02: Ich wollte im Fernseher arbeiten.
00:46:03: Ja!
00:46:04: Und dann hat sie gesagt so ja sag mal Es gibt hier doch eine Möglichkeit nach Opern zu sein In Deutschland.
00:46:12: machst du das vielleicht nicht ein Jahr machen und dann gucken wir wie's bei dir weitergeht.
00:46:16: Und das war wirklich eine gute Idee, mich rauszunehmen aus dem System.
00:46:21: Genau und so mein Vater war ein sehr großer Hilfe und der war wirklich einen sehr großen Motor.
00:46:28: er hat alles bezahlt.
00:46:29: also ich muss Führerschein alles.
00:46:31: er hat sehr viel unterstützt meine Kirche damals alle zusammen Geld getan, damit ich nach Deutschland kommen kann.
00:46:38: So hab ich die deutsche Sprache gelernt und eine Familie gefunden.
00:46:43: Und so bin ich nach Göttingen gelandet.
00:46:45: Und in Götgingen hat wirklich nicht gut funktioniert ... Du hast
00:46:51: vorher schon Deutsch gelernt?
00:46:52: Ja, musst du.
00:46:53: Genau.
00:46:54: Als A-Zwei musste bis damals.
00:46:58: Dann bin ich rausgeschmissen worden nach einem Monat von dieser Familie.
00:47:03: Ähm ... Ich bin auf der Straße gelandet, es war auch da gewalttätig.
00:47:10: Polizei ... ich könnte mich nicht wehren.
00:47:13: deshalb lern' ich immer noch mal, hab ich immer Noch Sprechunterricht weil ich finde dass dich wenn du die Sprache kannst Du bist in der Lage dich zu wehrenden für dich zu sprechen Dinge zu benennen und damals könnte ich das nicht.
00:47:29: Und die haben mir dann gesagt, du bist zurückgeschoben.
00:47:32: Ich war so ein Monat vor das Problem, die ich jetzt alle zu Hause hatte und gefangen ist neues Leben hier.
00:47:37: Ich bin achtzehn Jahre alt, was soll ich machen?
00:47:40: So habe ich eine zweite Familie gefunden in Ottobäuren ... In Bayern.
00:47:45: Da war ich acht Monate, hab ich dort gelebt, da war eigentlich Kindermädchen, Putzfrau alles Mögliche.
00:47:52: Die haben mich auch rausgeschmissen nach acht Monaten.
00:47:54: aber dann wir sind Ulm gelandet.
00:47:56: am Ende Sie und Ulm hab ich halt so geputzt, gewaschen.
00:48:02: Alles Mögliche gemacht.
00:48:03: Und da war ich eher ein Putzfrau, würde ich sagen ... und Aufgabe mit den Kindern zu tun.
00:48:10: Bin ich daraus?
00:48:11: Dann war ich nach einem Jahr, was machst du?
00:48:15: Meine kenialischen Freunde haben mir gesagt, ich glaub, du sollst heiraten!
00:48:18: Dann hast du einfach entspannt.
00:48:20: Da hast du Papiere, der hat mir so einen Typ gebracht.
00:48:24: Der war wirklich... So alt wie meine Opa, ich hab gesagt auf gar keinen Fall.
00:48:28: Geht kaum nicht in Frage!
00:48:30: Ich habe noch mal eine Familie gesucht online in Österreich und so bin ich in Österreich in der Steiermark in Kapfenstein-Kulande.
00:48:38: Und so habe ich meine Mama A kennengelernt, bis sie hat gesagt, vom Sofort hat sich gesagt du bist mein viertes Kind.
00:48:48: Ja?
00:48:49: Und ich habe da ein Jahr mit denen gelebt ... Es war schön, die hatten einen Restaurant und zum ersten Mal fühlte ich mich Geborgen, gesehen, geliebt.
00:48:59: Nach ein Jahr war so okay was machst du dann?
00:49:01: Ich finde Österreich toll und so bin ich nach Graz.
00:49:05: in Graz habe ich dann Soziologie am Calfrances Universität studiert nebenbei Zeitungen verkauft auf der Straße geputzt alles Mögliche gemacht Und drei Jahre später oder vier Jahre später hatte ich kein Job mehr Und mein Vater hatte einen Job verloren, meine Mutter war krank.
00:49:27: Ich hab auch keinen Job gehabt und dann bin ich zu einer Organisation gegangen, wo sie einfach nur mit Kindern arbeiten, ob ich Kinder unterstützen könnte oder aufpassen könnte.
00:49:40: Dann haben Sie gesagt, naja hast du eine pädagogische Ausbildung?
00:49:45: Nein, ich hab nicht!
00:49:45: Aber ein Windel kann ja wechseln, braucht keine pädagogische So-Ausbildung.
00:49:52: Die haben gesagt, wir können dich überhaupt nicht einstellen.
00:49:56: Ich kam dann runter und hab eine Plakat gesehen, da steht ... Wir suchen Leute mit Migrationshintergrund die Bruder-Grim, einer der Auszug das Fürchten zu lernen mitspielen können.
00:50:10: Erntamtlich!
00:50:11: Ist mir egal.
00:50:12: Ich will einfach gebraucht werden.
00:50:14: Ich bin einfach, dass ich das Gefühl habe, mein Leben hat einen Sinn.
00:50:19: Ich hab angerufen, gab eine Casting.
00:50:21: Ich ging dort und mein Deutsch war so schlecht ... Aber ich hab trotzdem versucht.
00:50:26: Dann haben sie gesagt, okay, die hat schon ne starke Präsenz aber die Sprache.
00:50:30: Hm, mal gucken!
00:50:32: Am Ende habe ich die Prinzessin gespielt.
00:50:36: Da lernte ich Anna Badora kennen.
00:50:39: Die hat mich auf der Bühne gesehen.
00:50:41: Sie sagte zu mir, du wirst meine große Schauspielerin nicht so helfen.
00:50:46: von redest du bitte.
00:50:47: Ich hab einfach jetzt gerade nur Spaß, aber sie hat schon mehr gesehen als ich selbst gesehen habe.
00:50:53: Gerade der Lungsdurchschnitt war da sieben Jahre am Schauspielhaus
00:50:56: Graz
00:50:58: und haben in allen Abteilungen gearbeitet also vielen Abteilung gearbeitet.
00:51:02: Ich habe Theaterpädagog mit Anja Silinski wo auch immer du bist.
00:51:06: Ich liebe dich.
00:51:06: danke was ihr mir die Möglichkeit gegeben habt in Workshops zu machen in Schulen zu gehen.
00:51:14: Wir haben kleine Prinz gemacht, ich darf der Regie-Assistenz machen.
00:51:18: Fundus, Bühne, Musik ... Hexenjagd war der Inszenierung von Ana Badora damals, hab ich dann Tituba gespielt und mich einfach gekastet.
00:51:28: Jetzt hab ich mit Profis gespielt.
00:51:30: ohne überhaupt studiert zu haben.
00:51:32: Dann war das Ding alles in der Zeitung, dann baute sich das alles auf.
00:51:36: Ich habe innerhalb acht Jahren so viele Leute kennengelernt.
00:51:39: Ich hab Rockshops bei der Vulgar bei den Frauenbeauftragten in Graz gegeben von der Straße.
00:51:44: Also ganz, ganz viele Sachen und im Jahr zwei Tausend zwölf habe ich eine der größte Rollen gespielt der Hauptrolle.
00:51:54: Wir waren auch damit in Kenia.
00:51:56: so Aufnahmen, Momentaufnahmen wohnen bei meiner Uma aufgenommen damals.
00:52:00: Wir sind dorthin gefahren also hingeflohen und das war der Festival Astrada.
00:52:06: und da Stück von Moansa Mujila, der schrieb Gott ist ein Deutscher hieß der Film.
00:52:16: Also der Stück sorry Und da hab ich die Hauptrolle gespielt und dann kam das super an.
00:52:21: Dann war ich so, wenn ich diese Filme machen kann ... Wenn ich dieses Stück machen kann, kann ich auch Schauspielerin werden?
00:52:29: Und so haben meine Kollegen mich ermutigt nicht nur in Graz vorzusprechen, sondern sie meinten, geh woanders hin.
00:52:35: Geh nach Max-Reinhard-Seminar!
00:52:37: Dann ging ich nach Max Reinhard Seminar.
00:52:40: Dort traf ich eine Filmkröte, eine Dokumentarfilme für die Aufnahmen machen.
00:52:46: Ähm... Ich hab da dann irgendwann meine Aufnahmeprüfung gemacht.
00:52:50: Sie haben mich begleitet, ich wusste nicht dass sich da aufgenommen werden.
00:52:54: also das gesamte Jahr war glaube ich tausend zweihundert Leute die sich damals beworben haben.
00:52:59: Die nehmen nur dreizehn, ich war fünfundzwanzig!
00:53:03: Also das ist auch so üblich... Ja ja ja und ähm.. Und ich hab gespielt.
00:53:10: Ich
00:53:10: habe gespielt und diese Dokumentarfilm wurde dann Nationalwide in Österreich gezeigt, mittlerweile an Millionen zu schauen.
00:53:18: Wow!
00:53:19: Ja auf YouTube ist das so sehen.
00:53:22: So bekam ich ein Schaffspieler rein.
00:53:25: What a story
00:53:26: wirklich?
00:53:27: Was für
00:53:27: eine Geschichte.
00:53:28: Genau und es ist ja auch eine Rätsel, es ist auch eine Krasse was manchmal ... Es ist auch wie wir uns kennengelernt haben in diesem Tisch zu sitzen, wo ich hergekommen bin.
00:53:40: ey Was sind das für Leute?
00:53:44: Ich wundere mich manchmal in meinem Leben.
00:53:47: Aber ich habe immer das Gefühl, dass der Herr Gott hat mit mir was vor und er lenkt meinen Weg.
00:53:52: Und was auch immer es vor mir ist würde ich tun.
00:53:56: Vielleicht werde ich einer oder anderen Person ermutigen, an seinen Weg zu glauben.
00:54:01: Wow!
00:54:01: Das ist ein wunderschönes Schlusswort eigentlich schon.
00:54:04: Danke
00:54:05: schön.
00:54:07: Ich glaube, dass was du erzählt hast, wird mich so richtig in die Träume begleiten.
00:54:11: Ich hatte das noch nicht, dass es in einem Podcast sitzt und mir mehrmals die Tränien kamen.
00:54:18: Danke, dass du so ehrlich über deine Geschichte
00:54:20: erzählst.".
00:54:20: Genau!
00:54:21: Und ich glaube, diese Story ist meine Perspektive.
00:54:27: Weil ich bin mir sicher, dass meine Mutter ihre eigene Perspektivität ganz anders zeigt.
00:54:34: Aber mittlerweile bin ich dahin gekommen.
00:54:36: I have peace for
00:54:38: good.
00:54:38: Gut, dass dir ... also zwei wichtige Bilder, die ich noch zum Schluss habe.
00:54:42: Das eine ist das ihr nachts saßt und den Mais wahrscheinlich abgeschnitten habt und gesungen hat miteinander.
00:54:52: Das ist irgendwie ein total schönes Bild, zwar wie so'n Sehnsuchtsbild.
00:54:56: Dann hast du gesagt, dass deine väterliche Oma dir in die Hand gespuckt hat?
00:55:01: Und seitdem hab ich das Gefühl, es war sehr wichtig.
00:55:05: Meine Wurzel ... Genau!
00:55:07: Weil ich ging durchs Leben und hatte das Gefühl so, ich bin nicht verwurzelt, sondern ich ... Ich bin nur in der Luft.
00:55:15: So.
00:55:16: Und ich glaube, dass ist wichtig.
00:55:17: Wenn jemand mich hört und du nicht weißt wer du bist, bitte suche.
00:55:23: Es geht nur darum, dass du weißt, wer du bist und wo du herkommst.
00:55:27: Das glaube ich... verändert dein Weg, wie du auch die Entscheidungen triffst.
00:55:34: Ja und auch die Art und Weise für Eltern, wie sie mit ihren Kindern sind das Thema von
00:55:42: ehrlich
00:55:42: mit den Kindern sprechen und ihnen die Wahrheit sagen zumuten und ihre Perspektive hören weil schon ganz früh Dinge wahrgenommen werden und individuell wahrgenommen wird von Kindern.
00:55:53: Das ist keine Masse sondern es ist ein
00:55:55: ... Es ist individuell.
00:55:56: genau
00:55:56: ja Merci.
00:55:57: Danke!
00:55:58: Wenn
00:55:58: man keine Kinder haben möchte, bitte tust nicht.
00:56:01: Wenn wir kein Kinder haben
00:56:03: möchten?
00:56:03: Genau.
00:56:03: Wenn du
00:56:03: sagen willst, dass ich
00:56:04: eine präsente Eltern ... Ja.
00:56:07: Du weißt, dass du dieses Kind nicht liebhaben müsst.
00:56:10: Don't do
00:56:11: it.
00:56:12: So würde ich sagen.
00:56:13: Yes.
00:56:15: Dankeschön.
00:56:17: Vielen Dank, liebe Mercy für das schöne und bewegende Gespräch.
00:56:21: Und euch vielen Dank fürs Zuhören.
00:56:24: Wenn euch diese Rolle rückwärts gefallen hat, abonniert den Efra-Podcast gerne überall wo es Podcasts gibt und seid gespannt auf unseren nächsten Gast.
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