Ali Kaaf

Shownotes

In dieser Folge von Rolle rückwärts spricht Rebecca Raue mit Ali Kaaf. Der Künstler, der in seinen Arbeiten Malerei, Skulptur, Film und Installation verbindet, blickt auf eine Kindheit zwischen Algerien und Syrien zurück. Geprägt von frühen Trennungen, häufigen Neuanfängen und dem Leben zwischen unterschiedlichen Orten entsteht schon früh ein besonderes Verhältnis zu Landschaften, zu Materialien und Erinnerungsformen.

Die Folge erzählt von schwarzen Basaltsteinen im Süden Syriens, familiären Brüchen und der prägenden Kraft von Orten, die längst vergangen sind und dennoch weiterwirken. Sie handelt von der Frage wie Herkunft unsere Wahrnehmung formt und wie aus persönlichen Erfahrungen eine künstlerische Haltung entstehen kann.

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00:00:00: Alles ist in Bewegung und glaube nicht, man kommt nicht an.

00:00:06: Man kommt nicht in der Sinne.

00:00:08: so wie sagen auf Arabisch ein Sprichwort also l'arahata das heißt keine richtige Ankommen oder Frieden bevor man stirbt!

00:00:21: Man ist immer in Bewegungen und in Suche.

00:00:25: Nicht unbedingt in einer Aufregung, natürlich das nicht.

00:00:29: Aber man ist immer in eine Suche ne?

00:00:33: Hallo!

00:00:33: Heute begrüße ich Ali Kav im Efra-Podcast.

00:00:37: Ali is Maler und Bildhauer.

00:00:39: er macht Filme und Rauminstallationen.

00:00:42: mit ihm mache ich heute eine Rolle rückwärts.

00:00:46: In unserem Efra Podcast wende ich mich mit unterschiedlichen Gästen den individuellen Schlüsselmomenten an der Kindheit zu.

00:00:54: Gemeinsam wagen wir den akrobatischen Sprung zurück zu jenen Stellen, die uns zudem gemacht haben, wer wir heute sind.

00:01:02: Das ist nicht einfach – es ist ein Kraftakt der Balance und Feingefühl erfordert!

00:01:09: Was sind Schwierigkeiten, die gemeistert werden mussten?

00:01:12: Was sind die Herausforderungen, die uszudem gemacht haben, Wer Wir Heute Sind?

00:01:18: Ich bin Ali sehr dankbar dafür dass er sich auf dieses Gespräch eingelassen hat.

00:01:22: Ich wünsche viel Freude beim Zuhören.

00:01:27: Die war Ali, begrüße dich sehr herzlich.

00:01:32: Wir sitzen heute im Garten um die ersten Sonnenstrahlen im Frühling zu begrüßen.

00:01:36: Wie schön!

00:01:37: Danke!

00:01:38: Ja und ich bin ganz aufgeregt und gespannt auf unser Gespräch.

00:01:43: Ali du bist Künstler Du bist Installationskünstler, du machst Filme.

00:01:48: Ich habe einen sehr schönen Film von dir auf der Dokumenta gesehen.

00:01:51: also du arbeitest viel mit Glas als bildhauerische Intervention vielleicht.

00:01:57: Ali, wenn du zu diesem Podcast heute sozusagen als dritte Person in unsere Runde ein Kunstwerk eins von dir oder eines einer anderen Künstlerin oder einem Künstler mit in unseren Garten hier nehmen dürftest welche Arbeit würdest du dir aussuchen?

00:02:15: Ja es ist auch schön mit dir hier zu sitzen und danke sehr für diese tolle Gelegenheit unsere auch immer Gespräch weiterzuführen.

00:02:28: Spannend eine Arbeit.

00:02:31: vielleicht also meine Installation.

00:02:34: ich bin fremde zweifach fremder, hatte ich eine Installation in Pergamon Museum als Intervention zu der Moschatta-Fassade gemacht.

00:02:49: Das war auch ein Auftrag von dem Museum für islamische Kunst im Pergamot Museum.

00:02:57: und warum?

00:02:59: Weil das war ein Arbeit, Ich sollte mich für längere Zeit beschäftigen mit meine Beziehung zu Berlin und auch zu meinen Wurzeln, also in Syrien.

00:03:13: Woher ich kam?

00:03:14: Aufgrund dass die Muschattafassade eine wunderschöne frühislamische Fassade kam.

00:03:25: Tatsächlich aus Jordanien wurde es nicht so weit entfernt von Süddeutschland, wo ich auch ein Teil mein Kindheit... Nicht

00:03:32: Süd-Deutschlands.

00:03:33: Entschuldigung!

00:03:34: Da fangen wir an.

00:03:36: Das gehört dazu.

00:03:37: Südssyrien genau.

00:03:40: Die Arbeit laden wir jetzt mit zu uns ein und wir machen ja gemeinsam in diesem EFRA Podcast eine Rolle rückwärts.

00:03:48: also die Frage ist eigentlich was hat dich zudem gemacht?

00:03:53: der du heute bist.

00:03:54: Und wir waren ja mit Ephra, mit den Ephra-Kindern – das ist schon wahrscheinlich acht, neun Jahre her bei dir im Atelier!

00:04:01: Du warst einer der ersten Künstler, denen wir besucht haben.

00:04:04: und ich erinnere mich noch sehr stark daran wie diese Gruppe von Kindern in deinem kleinen Raum, in dem so viele schwarze Zeichnungen damals hingen, wie sich ihr Bild was Kunst oder Ausdruck sein kann.

00:04:20: Wie man gemerkt hat, wie in den Köpfen das Rad hatte, dass da plötzlich schwarze Arbeiten waren, dann hast du auch gesagt zu den Kindern, wenn ich das richtig erinnere überlegt mal, was eure Herkunft mit eurer Herkünft, mit eurem Zuhause, mit euem Gefühl von Zugehörigkeit zu tun hat.

00:04:36: gibt es ein Symbol oder ein Zeichen oder ein Tier?

00:04:40: und ich weiß noch

00:04:41: einen

00:04:41: Junge hat so'n Schwarzen Wolf gezeichnet.

00:04:44: Erinnerst du dich noch daran?

00:04:45: Ja!

00:04:46: Genau.

00:04:46: Und bei den Kindern sind eben diese Momente, wenn sie mit Persönlichkeiten wie mit dir zusammenkommen, glaube ich – wenn wir Glück haben – Momente die was aufwächern Richtung Zukunft so dass Sie sich etwas vorstellen können.

00:04:58: und damals hast Du auch erzählt, wie Du erst mal heimlich das Kunststudium begonnen hast und auch das war nachher noch ganz viel im Gespräch.

00:05:05: so, dieser Mut an das zu glauben, was du in Dir trägst Und ich möchte aber jetzt noch ein Stück weiter zurückgehen, also nicht da wo du dich für deinen Berufsweg schon entschieden hast oder vielleicht war das ja ganz früh.

00:05:21: Sondern ich erst mal fragen so was sind früheste Erinnerungen eigentlich an Dich?

00:05:27: An den kleinen Ahligen?

00:05:29: Was sind Momente die Du wenn Du an Kindheit denkst, an Deine Kindheit Denkst, die Dir vor Augen treten, die Du fühlst?

00:05:40: Ja!

00:05:41: Also... Vielleicht dazu kann ich sagen, dass mein Kindheit war fragmenthaft.

00:05:50: Weil es war keine auf keinen Fall eine sage ich mal normale oder eine klassische oder normale Kindheit also Weil meine Eltern sind aus Syrien, aus Damaskos.

00:06:08: Aber ich bin in Algerien, in Oran eine wunderschöne Stadt in Nordafrika geboren weil damals mein Vater hatte Lehrauftrag.

00:06:20: Er war Professor mehr für Wissenschaft also Geophysik in dieser Stadt in Algerie und dort bin ich geboren.

00:06:29: Und dann, mein Vater und meine Mutter haben sich getrennt als ich fünf Jahre alt war.

00:06:34: Damit bin ich mit meiner Mutter zurück nach Damaskus.

00:06:41: Ich bin dort genau, also mit meinen Mutter groß geworden.

00:06:47: Kurze Zwischenfrage gab es.

00:06:49: Gibt's Erinnerungen an die Zeit in Algerien?

00:06:52: Ja!

00:06:53: Also ... ich meine das Licht Und die Stadt am Meer, das war für mich diese Offenheit.

00:07:07: Diese Offenheiten, die die Städte oft am Mittelmeer in Richtung des Meeres, im Richtung des Himmels und der Sonne... Das prägt sehr ich glaube!

00:07:18: Auch an den früheren Reisen, da mein Vater war Er hat viel Geophysik, also er war oft in Alhaggar.

00:07:27: Die sind so Bergen die Grenzen, die Küste zu der Wüste Und wir waren oft, die hatten auch einen kleinen Auto.

00:07:38: Ein Dschivot Shetorain also dieses Rundenjahr.

00:07:41: Eigentlich habe ich mich immer gefragt wenn ich die Bilder sehe wie haben sie diese ganze Reisung geschafft?

00:07:45: Also mit diesem kleine kleinem Auto und er war immer auf seinen Forschreisen.

00:07:51: Der hat seine Sachen und wir waren dabei und diese frühere Kontakt zu der Wüste aber auch zu den Steinen Und wie er auch damit, ich glaube das hat sicher mich unbewusst und ja bewusst auch geprägt.

00:08:11: Voll interessant weil wir kennen uns schon so lange wir beide und also ich wusste über diese Station aber zum Beispiel was du jetzt sagst übers Licht und über die Steine und über Die Wüste.

00:08:22: Das macht total Sinn mit deiner Arbeit.

00:08:24: Das

00:08:24: wusste ich noch nie, das wusste ja auch nicht.

00:08:28: Also gab es eine Art Kindergarten damals?

00:08:30: Oder warst du einfach immer... Ja!

00:08:31: Du warst auch im Kindergaten.

00:08:34: Ich war in einem Kindergatengenau und normales war viel auf Französisch.

00:08:40: also in der Zeit oder ich meine die Kindergarte war auch Französich Und Arabisch hatte ich mehr mit meinen Eltern gesprochen.

00:08:51: Also es gab viele Kinder, aber jetzt ich erinnere mich nicht richtig viel mehr.

00:08:55: Warum auch?

00:08:56: Weil das ist was ich meine mit dem Fragmenthaften.

00:08:59: also ja Ich sehe zum Beispiel mein Kind jetzt seine Freunde aus der Kindergarten Der trifft sie immer noch und obwohl er vielleicht jetzt ja elf oder zwölf Jahre alt Aber in meinem Fall da ich fünf als ich fünf Jahre alt Das war gebrochen dann bin ich nach einer ganz andere.

00:09:18: ich war in Afrika wie nach Asien.

00:09:20: Das ist nicht nur arabisch, sondern auch eine große Distanz.

00:09:23: Und dann sollte alles von vorne an anfangen und dann kam noch mal ins Weihdreijan, musste ich mit meiner Mutter in weitere Ort in Syrien.

00:09:31: Deshalb... das ist immer Katt und wieder ein Neuer Anfang!

00:09:38: Und das ist jetzt nicht unbedingt schlimm aber es ist eine bestimmte Art wie man lebt und groß wird.

00:09:45: Also wenn du zurück denkst Siehst du auch Farben?

00:09:48: Also dann hatte dein Leben damals, als vor allen Dingen schwarz mit Schwarz und weiß arbeiten.

00:09:55: Der Künstler hatte deinen Leben damals in der Erinnerung.

00:09:59: Gibt es so Erinnerungsfarben die du damit verbindest oder Gerüche auch?

00:10:07: Ja klar aber jetzt in Algerien nicht unbedingt weil ich habe dann meinem Vater später besucht.

00:10:14: das war eine sehr wichtige Wichtige Trip, als ich dann neun erst war.

00:10:20: Schon länger her.

00:10:21: also du weißt damals auch in der Reden hier über Anfang die Achtziger und wir waren in Syrien.

00:10:27: also das heißt Fliegen war nicht so jetzt Selbstverständlichkeit.

00:10:32: also Ich erinnere mich dass die Reise nach Algerien aus Damascus weil Damascus ist auch eine Die liegt nicht am Meer Also es ist schon Geografisches ein bisschen sogar nah an der Wüste wieder in Syrien.

00:10:49: In Südsyrien, die Erinnerung habe ich noch natürlich aber wie gesagt immer wiederum zum Mittelmeer.

00:10:54: da ist man im Mittelmeerk in Urahan Aber mit den Schwarzen Steinen was mich sehr geprägt und als eine große Entdeckung damals für mich als Kind Als ich von Damaskus mit meiner Mutter war sieben, ich glaube oder acht.

00:11:13: Also das heißt zwei drei Jahren war ich in einer... Ich war in eine Privatschule in Damaskus und es hatte einen Grund weil als wir zurückkamen meine Mutter wollte unbedingt dass sich diese französische Sprache nicht vergessen aber Das war schwierig für mich.

00:11:28: Ich war noch junger eingeschult und die Schule war privat und sehr displaniert also so Wie wie eine katholische schule oder sowas waren in damaskos die Möglichkeit.

00:11:39: und dann Meine Mutter war Zahnärztin und sie sollte in Südsürien, da mussten oder sollten die Ärzte zwei Jahre zivil wie Zivildienst so in Dörfer erstmal anfangen.

00:11:51: Und dann hat sie sich entschieden nach Südsürien weil ihre Onkeln, die kommen aus einem Ort also in Südsürien heißt Sueda Also das ist wo Ihre auch Familie sind Druze also die Minderheit, die leben dort in Südzürien.

00:12:06: Deshalb hat sie weil sie auch eine Frau in ein patriarchischer Gesellschaft.

00:12:12: Es war wichtig, dass sie unterstützt...

00:12:14: Ja, dass die Anknüpfung hat.

00:12:16: Auch wahrscheinlich mit dir!

00:12:17: Du warst das einzige Kind richtig?

00:12:18: Richtig,

00:12:18: richtig.

00:12:19: Sie brauchte Hilfe wenn sie arbeitete und so.

00:12:23: Genau und deswegen auch sie ist dahin.

00:12:25: Das war ein klein Dorf, ein Dorf die Geschichte hat politisch wie auch in der Geschichte Syrien, weil also für viele Gründe.

00:12:34: Aber auf jeden Fall sie hat sich entschieden mich mitzunehmen und das war eine große Kontraste für mich aus einer Stadt wo in einer Schule alles schon eine Schule mit Displin und auch alles ist geprägt oder wie sagt man?

00:12:53: Ja so

00:12:54: festgesetzt wahrscheinlich

00:12:56: zu einem Dorf wo die Schule war ein gemietete Wohnung Also wo

00:13:02: die

00:13:04: Kinder kommen.

00:13:05: Ich vergesse nie, dass während der Unterricht das Fenster war auf und dann kam ein junger Mann mit seinem Esel und stand vor dem Fenster direkt vor unseren Nasen ja mit seinem Tier.

00:13:20: also so weißt du.

00:13:20: ich meine guckst du so an?

00:13:23: Und in Südssyrien war die Natur Und ich habe es genossen kein Vater zu haben.

00:13:31: Wirklich?

00:13:31: Also in der Zeit, ja!

00:13:34: Weil damit war ich frei... Wo warst du

00:13:37: der Mann sozusagen?

00:13:38: Ist das so ein bisschen oder inwiefern warst Du frei?

00:13:41: Nein

00:13:42: also ich war nicht der Mann aber Es war alles ein bisschen wie sagt man auf Deutsch gehütet und meine Mutter war sehr natürlich sag ich mal, in dem Dorf als Zahnärztin und sie kommt aus Damaskus so sehr

00:13:57: anerkannt.

00:13:58: Und willkommen!

00:14:01: Das war alles locker.

00:14:04: Natürlich war es schwierig und gleichzeitig ohne Vater aber ich hatte unkalkulierte Freiheit.

00:14:14: also das heißt ich war viel in der Natur und das hat mich auch später sehr geprägt.

00:14:21: Das Thema Grenzen zwischen Kultur und Natur, weißt du.

00:14:26: Es ist immer eine wunderschöne Erfahrung wie ein Dorf besonders jetzt dort auch wo die Grenzen sich gehen in Richtung die Natur außer der Häuser in einer Art ohne richtige Grenze zu merken.

00:14:40: Also es

00:14:40: verwischt oder löst sich so auf?

00:14:43: Ganz genau.

00:14:44: Mit viel Erfahrung, mit Haptik und Ruinen weil also dort waren die Römer sehr... Also es war in diese ganze Gebiete, es gibt große Tempeln.

00:14:56: Es gibt die verlassen sind oder die Leute leben integriert.

00:15:00: Das heißt also ein Wand von einem Haus ist direkt an einem Tempel und das ist natürlich nicht wie hier.

00:15:08: oder es war kein Tourismus oder es waren mehr Orte wo wir gespielt haben und das war alles basilt geprägt.

00:15:14: Also es sind schwarze Steine.

00:15:18: Ah, da sind wir bei den Farben.

00:15:19: Und da kamen wir mit einer langen Umweg.

00:15:22: zu deiner Frage... Nee,

00:15:23: aber das ist ein sehr schöner Umweg!

00:15:24: Es geht um die Umwege hier.

00:15:26: Genau

00:15:26: und daher glaube ich, dass hat mit dem Schwarz also so die Stein der Steinen und daraus diese ganzen Häuser, die dort gebaut werden, die sind sehr aschage im Form auch wo die Leute leben Weil die haben ihre Häuser selbst gebaut, also mit Hand.

00:15:49: Das ist wieder wie im Mittelmeer.

00:15:51: Also oft zum Beispiel in Italien und in Sardinien oder?

00:15:57: In

00:15:57: Sardinen ist das auch so ja.

00:15:59: Da gibt es

00:16:00: diese Noragen

00:16:01: ganz genau.

00:16:02: Solche Häuser und diese Tempel noch dazu...

00:16:08: Es berührt mich sehr wenn du von diesen Steinen sprichst und der Grenze, also von der Erfahrung wie sich was auflöst und dass du zwischen, also es ist ja noch ein zartes Alter.

00:16:19: Da warst du zwischen sieben und neun?

00:16:20: Nee mit neun hast du gesagt bist du dahin gegangen richtig?

00:16:24: Wenn ich richtig... Also ich bin mit meiner Mutter fünf nach damals sechs, sieben eigentlich früher.

00:16:30: Also sieben-und halb, also mit zu diesem Dorf Al-Qaeda Und dann Ich bin mit ihr dort zwei Jahre und halb geblieben oder drei.

00:16:41: Und würdest du sagen, dass eine besonders prägende Zeit diese zweieinhalb Jahre dauert?

00:16:44: Ich habe es immer wiederholt für mich.

00:16:47: Also das ist die... ich glaube, das ist eine sehr wichtige Erkenntnis in der Frühkindheit um die Unterschiede zwischen der Stadt und der Dorf.

00:16:58: also ja.

00:16:59: Also ich dürfte auch nicht länger bleiben.

00:17:00: warum?

00:17:01: weil dann irgendwann hat meine Mutter Sorgen wiederum meine Schule gemacht

00:17:08: So interessant.

00:17:08: Dann hast du also eigentlich diesen Moment der Freiheit in dieser Phase, weil das ist ja auch die Phase wo wir schreiben lernen, wo wir mehr in Bezug mit der Welt gehen ne?

00:17:18: Da bis sieben sagt man erstmal so mit sich selber beschäftigt und mit dem eigenen, ähm... Mit dem eigenen Inneren sortieren und dann ab sieben beginnt eben auch die Schule und dann öffnet man sich für Wissen und andere Geschichten.

00:17:35: Das erste Phase war, in der du dich stark und frei gefühlt hast.

00:17:39: Trotz Bedingungen, wo man sagen würde, du hättest total traurig sein können.

00:17:43: Vielleicht warst du ja auch gleichzeitig trauriger?

00:17:44: Genau!

00:17:47: Und dann diese starke Erfahrung von ... das wollte ich eben sagen, wenn ich meine Augen schließe und dieses Schwarz in deinen Bildern spüre aber eben auch das Schwarz des Steiners Ali mir vorstelle, dann berührt mich irgendwie sehr.

00:18:07: Weil da ja wie auch so... Also Schwarz hat ja auch was von so einer Unendlichkeit also was ganz tief, ganz weit irgendwo hingeht und das in der Natur, das hält aber auch wieder diesen Ort weil es diese Häuser baut finde ich super interessant.

00:18:29: Ja!

00:18:29: Es ist interessant In den späteren Jahren, also später als ich achtzehn und neunzehnt war mit einem sehr guten Fotograf.

00:18:38: Der war mein Mantur und Freund Mohamed Arromi.

00:18:42: Durch ihm habe ich Syrien denn mehr kennengelernt weil er hat sehr fleißig gefilmt und fotografiert besonders in Nordsyrien.

00:18:53: Weil Nordsyrian heißt dann mehr in der Mesopotamien an der Fluss da oben Und durch der Staudamm, damals gab es ein neues Staudam Ende Neunziger.

00:19:06: Dann hat er sich entschieden bevor die Dörfer verschwinden einen Notfilm mit sechs Millimeter.

00:19:14: unglaubliche Projekt, also Film.

00:19:17: Also

00:19:18: um das sozusagen nochmal festzuhalten

00:19:20: was da... Fest zu halten.

00:19:21: und ich war mit ihm weil wir waren befreundet und ich habe damals eine Aufgabe Tonaufnahme zu machen für den Film.

00:19:28: aber dadurch hab' ich Syrien auch weiter kennengelernt.

00:19:31: und da kommen wir zu Deine Frage.

00:19:34: Ich habe mich irgendwann verstanden in diesem Gebiet, also geografisch Syrien oder Jordanien oder bis Südtürkai.

00:19:43: Da ist so dicht in der Geschichte.

00:19:52: Das kann man... Also alle mögliche Folgen sind gelebt und die haben ... das spürt man auch.

00:20:01: Die

00:20:01: Vielschichtigkeit so?

00:20:03: Ganz genau!

00:20:05: Und bist du mit ihm zusammen dann in dein Dorf zurückgegangen?

00:20:08: Nein, mit ihm nicht.

00:20:09: Aber du warst wieder da... Wir waren dann mehr im Nord, in Nordsyrien.

00:20:12: das ist so ungefähr sechshundert Kilometer denn entfernt vom Süden.

00:20:16: aber im Süden war ich immer wieder mit meiner Mutter bis bestimmte Zeit und dann war ich nie wieder da.

00:20:22: Als Erwachsener warst Du nie wieder dort?

00:20:23: Ich

00:20:23: war einmal zum Besuch als Student hier in Berlin Und danach nicht mehr.

00:20:32: Du stehst den Krieg und vorher auch die Widerstände und so, dann bin ich auch immer noch nach Syrien seit im Jahr- und Jahrzehnte nicht mehr zurückgekehrt.

00:20:43: Als du als Erwachsener in diesen Ort zurückgekehrt bist – wie war das für dich?

00:20:48: Wie hat sich das angefühlt?

00:20:49: Konntest du dich mit dem achtjährigen, neunjährigen Ali verbinden?

00:20:58: Damals war ich mit einer Freundin aus Ich glaube, aus Deutschland.

00:21:03: Wir sind nach Syrien gereist und ich wollte unbedingt diesem Dorf vorstellen.

00:21:07: Und dann sind wir mit dem Auto durch den Dorf gefahren... ...und ich wollte ganz schnell wieder raus!

00:21:15: Nicht weil irgendwie schlechte Gefühle... Nein, ich wollte nicht meine Vorstellung und meine Ideen irgendwie ändern oder verletzen.

00:21:25: Weil dann haben sich die Zeiten verändert und man sieht schon auch genau in die andere Richtung wo ich mir nicht das wünsche.

00:21:34: Also, ich meine die Moderne in einer falschen Form viel mit Beton gebaut

00:21:41: und... Ja es hat eigentlich das dann ein bisschen würde zerstören.

00:21:44: Also ist doch wie so eine Überschreibung dann auch in dir, wenn du das noch mal siehst und es bleiben nicht mehr die Alten.

00:21:49: Es ist ja!

00:21:50: Und es hat auch eine Verletzung finde ich formen.

00:21:53: und da du über meine Arbeiten redest also diese verletzte Überfläche in meinem in meiner Arbeit Ich möchte das natürlich nicht so erklären aber die kommt immer dadurch also durch dass wir erleben und Ja also anders sich Wie soll ich sagen?

00:22:12: Nicht anders als wir Weil das geht nicht darum, ein Kind Bild zu sein immer.

00:22:17: Das geht hier nicht nur darum...

00:22:19: Aber es sind prägende Erfahrungen die vielleicht auch so eine Frage wie einen Mikrobild erschaffen was sich immer wieder spiegelt in anderen Situationen.

00:22:38: Ist das wie du sagen würdest?

00:22:40: Also, dass sich was einprägt.

00:22:42: Obwohl es nur eine von vielen... also sind zwei Jahre in deinem Leben, was genau wie meins ja schon viele Jahre hat und trotzdem schreibt sich eine bestimmte Form vielleicht auch ein oder eine bestimmten... Das ist das auch wo ich auf der Suche bin nach diesen... Was sind eigentlich diese Momente?

00:23:02: Diese Divo, wo etwas entsteht Und vielleicht sagst du, es stimmt gar nicht.

00:23:08: Aber was dich dann eigentlich ein Leben lang irgendwie in Fragen beschäftigt?

00:23:13: Was du umkreist wie bei Rilke den uralten Turm.

00:23:16: Ja tausende Langkreis kreist du drum weil in diesem Zentrum etwa eine Kernerfahrung liegt die anwendbar ist also die wie so ne Schablone fast funktioniert, die immer wieder sich sich wiederholt in einer bestimmten Form Oder du holst sie wieder, indem du so arbeitest?

00:23:40: Also sehr interessant.

00:23:42: Wenn du das jetzt alles sagst, also gehe ich auch mit in den Gedanken und ... Ich kann sagen, dass macht Sinn ja!

00:23:49: Aber vielleicht wir wieder rüber morgen reden dann ...

00:23:52: Sagst es macht keinen Sinn.

00:23:53: Doch aber vielleicht kommt noch was anderes und macht auch noch mal.

00:23:57: Also ich bin sehr... Also ich als Person die Autonomie Subjektive Wahrnehmung für Dinge im Leben, es ist mir sehr wichtig immer.

00:24:13: Also es ist dir wichtig hinzuschauen wie diese autonome individuelle Wahrnehnung ist?

00:24:18: In mir und mit meiner Erfahrung.

00:24:21: also das heißt wenn ich mich damit beschäftige natürlich bin ich interessiert oder natürlich heißt Ich möchte immer mehr lernen und schauen.

00:24:31: aber Das Beste wäre idealerweise, wenn ich das alles vergesse.

00:24:36: Wenn ich in meinem Kindheit reinschaue oder in mir selbst um die Gefühle, die ich hatte, die Gedanken und die Erinnerungen... ...das ist was ich meine, meine individuelle und meine... meine autonomische Sprache, also vielleicht weil wir Künstler sind.

00:24:59: Wir dürfen viel unsere... Wir formen die ganze Zeit mit unseren Buchstaben.

00:25:08: Und wir versuchen immer, sag ich mal eine Sprache oder?

00:25:12: Ja

00:25:12: und wenn ich dir jetzt zuhörere ist mein Gedanke ist es vielleicht so das als Kind Geschehen uns Dinge also du wirst in dieses Dorf gebracht.

00:25:20: Das war nicht deine Entscheidung dahin zu und selbst wenn's dein Entscheidungen wäre Du bist da hingekommen öffnet sich, entblättert sich sozusagen eine bestimmte Wahrnehmung von Leben.

00:25:31: Eine bestimmte Realität von Leben.

00:25:34: und wenn du das jetzt sagst mit dem autonomen Individuellen ist es dann auch wie vielleicht ein Versuch als Erwachsener ich will sagen wie das wieder selbst zu gestalten oder diese Realität nicht zu reaktivieren sondern zu redefinieren nochmal neu zu bauen aus dir heraus, weil es halt also dass das dann pass gleich wird.

00:26:00: Und das ist

00:26:00: das wichtigste

00:26:01: immer für dich?

00:26:02: Stimmt das!

00:26:03: Ja stimmt aber das ist ja.

00:26:07: ich finde das Wichtigste ist wenn wir die Möglichkeit haben unsere Narrativen und unsere Leben.

00:26:16: Also, warum alle die Kinder auch?

00:26:18: Die haben irgendwann ein bestimmter Alter.

00:26:20: Die haben eine starke Motivation oder was Dringling... also um ihr Ech zu formen und doch tun, was sie wollen.

00:26:32: Weil man strebt ich glaube dazu.

00:26:35: Und man verlernt das später.

00:26:37: Genau!

00:26:38: Da bin ich deiner Meinung.

00:26:39: Man

00:26:39: verlärmt es um sich anzupassen um mehr im Leben anzupassen oder im System.

00:26:48: Aber die Kinder haben diese Fähigkeit, warum?

00:26:50: Weil sie sich treben danach!

00:26:55: Und wie war es bei dir, Ali?

00:26:57: Also wir sind jetzt so beim Alter von neun... Du hast gesagt mit neun bist du zu deinem Vater und hast den besucht.

00:27:03: das war eine wichtige Reise.

00:27:05: Wie war diese Zwischenzeit zwischen dem, was wir jetzt gerade besprochen haben.

00:27:09: Also zwischen neun und dann hast du eben irgendwann entschieden Künstler zu werden.

00:27:13: oder wusstest du das schon als du neun warst?

00:27:16: Wie hat sich das geprägt?

00:27:19: Auch wie hast du es erhalten, worüber wir grade sprechen?

00:27:23: Weil ganz vielen Menschen verloren irgendwann oder vielleicht gab es ja auch durch diese ungewöhnliche Situation, dass du vaterlos in Syrien warst.

00:27:34: Gab es eben wirklich bestimmte Freiräume die du füllen könntest wo keine väterliche Decke drauf saß oder so wo du bis nach oben rein dich irgendwie ausdrücken konntest?

00:27:47: Ja, also ich dachte wir reden nur bis neun Jahre vor der Podcast.

00:27:54: Danach... Ich war in Damaskus, es war keine einfache Zeit.

00:27:58: Ich bin dann bei meinem Großeltern groß geworden.

00:28:01: Mein Vater ist vor wie nach immer in Algerien geblieben und ich habe ihm erst Als ich vierzehn Jahre alt zum ersten Mal wiedergesehen.

00:28:11: Also

00:28:11: mit neun und dann mit vierzehnt?

00:28:12: Genau, das ist schon lange her.

00:28:15: Das ist so in wichtigen Zeiten.

00:28:20: Aber man muss es auch sich vorstellen als ich meinen Vater nicht hatte aber ich hatte anderen Leute.

00:28:30: Also ich bin auch... Ich habe viel Glück, weil die Großeltern der Vater und meine Oma, also von meinen Onkel und die Onkel, die von meiner Mutter Seite sind in Damaskus.

00:28:44: Die waren eine sehr geprägte Kultur und auch Politik in dem Land.

00:28:53: Also mein Opa war mein großer Vater von meiner Mutterseite Also er war irgendwann auch Minister für Bildung.

00:29:05: An

00:29:06: einer kanter Persönlichkeit.

00:29:08: und als ich bei den beiden war, also der war schon in der Rente fast Und ich habe es genossen die hatten die Zeit auch Ich habe viel von dem Beiden gelernt Auch von ihren Umgebungen Von ihren Freunden Und ich war viel dabei.

00:29:29: Und das war auch in Zeiten, wo es nicht so einfach in Damaskus, in der Achtziger, ja?

00:29:36: Wo das mehr sehr durch die Militärisierung, damastige Gesellschaft, durch die Zeiten.

00:29:46: In den Zeiten ... Es war eine sehr geschützte Raum für mich.

00:29:50: So, das ist ein Aspekt!

00:29:51: Aber natürlich ich hatte dann ein bisschen, dass der Vater nicht da war.

00:30:01: Das hat sich tatsächlich, also ich glaube meine Suche oder mein Wahl Kunst zu studieren, hat sicher mit meiner Biografie was zu tun.

00:30:10: Ja das stimmt, dass es sicherlich.

00:30:12: und aber in welcher Form würdest du?

00:30:15: Also kannst du's noch genauer sagen?

00:30:20: Oder ist es schwierig?

00:30:22: Nein, wenn ich das so genau weiß auch dann... Dann weiß ich manchmal nicht, ob... Ich frage mich auch.

00:30:30: Aber ich will selber selbst nicht das ganz genau definieren.

00:30:34: eigentlich warum Kunst?

00:30:36: Warum habe ich Kunst?

00:30:38: Weil ich habe immer Angst den Grund dafür dass der Teufel uns verlässt und dann machen wir kein Kunst mehr vielleicht!

00:30:50: Was ich dir sagen kann, Kunst hat mich gerettet weil das hab' ich erst später verstanden.

00:30:57: Ich meine, ich habe mit Kunst angefangen als ich sechzehn und siebzehn.

00:31:00: Also erst mal in Damaskos in einer Privat ein bisschen oder nicht ... wie heißt das nicht privat?

00:31:07: Also Abendkurse genau!

00:31:10: Und danach habe ich mich entschieden im Beirut zu studieren.

00:31:14: Das war auch eine sehr gute Entscheidung weil Damaskus war sehr geschlossen in der Zeit.

00:31:21: Wie ich vorgesagt, war der Assad-Regime in den dunklersten Zeiten.

00:31:32: Wir reden also am Anfang die Neunziger Jahren.

00:31:36: Beirut war im Gegenteil eine offene Stadt nach einem sehr schweren Bürgerkrieg.

00:31:43: Aber alle die Intellektuellen aus der arabischen Welt gab es noch Kultur für Zeitung und Schreiben Die, ja ... die trafen sich alle in Kaffees und haben dich unterhalten.

00:31:56: Und wie waren rum und rum?

00:31:58: Also es war schon eine sehr wichtige Zeit für mich.

00:32:02: Obwohl sie nur hundertfünfzig Kilometer sind.

00:32:05: Man könnte immer mit einem Sammeltaxi fahren am Abend.

00:32:09: Ah wirklich!

00:32:09: Du bist abends zurückgefahren?

00:32:11: Nee nicht jeden Tag aber ich meine man könnte manchmal im Ende der Woche oder nach Damaskus.

00:32:15: Ja, du warst nicht weit weg.

00:32:18: Das waren wirklich schöne Zeiten und lustige Weise, dass du sagst tatsächlich.

00:32:24: Mein Vater war dann zurück und er war eine sehr wissenschaftgeprägte Person und ich habe es nie getraut ihm zu sagen weil eigentlich der Deal war das ich gehe und studiere Architektur damit ich auch finanziell Unterstützung bekommen kann Und ich habe ihm zwei Jahre das nicht gesagt, dass ich bildende Kunst studiere.

00:32:49: Weil ja ... Ich hab ein Bildende Kunst, weil das war mein Wunsch und dann war es natürlich eine große Überraschung als er.

00:32:58: aber das Leben ging weiter.

00:33:00: Also wenn du das so erzählst von deinem Vater und eben auch dieser Situation des Dann kommt er irgendwann wieder und dann hat der bestimmte Ansprüche an dich.

00:33:10: Ich finde es interessant wie genau, wie sich dieser einen Raum des Schöpfenden so also dieses Du gehst in etwas hinein.

00:33:18: du glaubst Also wenn du diesen Weg gehst und sogar ihm gegenüber sagst ich mach was anderes als ich mache da liegt ja auch ein tiefes Vertrauen in dem dass du deinen Weg schaffen wirst dass das der richtige Weg ist, dass du dafür mit dir einstehst.

00:33:34: Und es ist erst mal egal, ob dein Vater dir den Rücken hält oder nicht?

00:33:38: Weil er war ja sowieso nicht da.

00:33:40: Ja

00:33:40: aber damals natürlich, das kennst du von dir selbst.

00:33:44: Man entscheidet sich für einen Weg oder man geht in einem Weg und dann isst man auch voll mit Zweifeln für Jahre.

00:33:54: Also diese Art bewusst sein oder dass man auch stolz auf seine Entscheidung, ob man sagt oh das war richtig oder gut.

00:34:07: Das kommt erst später vielleicht und kommt es in Jahren später.

00:34:14: aber der Mahl's da ist man immer hinter Spuren...

00:34:23: Ja du bist eigentlich auch wieder ein Vater der forscht.

00:34:26: Bist du hinter Spulen her die dir einer Was du vorhin gesagt hast, dieses autonome Bild von Leben geben vielleicht oder von damit arbeiten wie du das Leben siehst.

00:34:39: Oder was das Leben für dich ist da eine Sprache zu finden?

00:34:43: Ist das stimmt es?

00:34:45: Kann gut sein!

00:34:46: Also Vater und natürlich Mutter.

00:34:47: ja also ich meine meine Mutter ist... Sie hat mich auch sogar mehr gegen ihre, ich glaube mit ihrer Persönlichkeit geprägt weil sie war näher an mir und sie hat immer ihre Weg weiter geschaffen.

00:35:02: Aber ich muss sagen das habe ich später verstanden dass meine Eltern beide haben ihre Wege.

00:35:15: die waren nicht Selbstverständlichkeit und die haben.

00:35:17: er kämpft Weil mein Vater auch, Ende der Sechstiege.

00:35:21: Er kam aus einem Dorf sehr nah an Damaskos.

00:35:24: Er hat in Wien sein Doktorarbeit

00:35:27: gemacht

00:35:28: und er musste dafür einen großen Preis bezahlen.

00:35:31: Warum?

00:35:32: Weil also dieses Kultur-Schock... den er damals bezahlt hat, also in der Sächsige Viren.

00:35:39: Der war von früheren in seinem Dorf und die Familie haben viel erwartet von ihm.

00:35:46: Das war in der Zeit Bildung sehr wichtig.

00:35:50: Und ich weiß jetzt... Ich kann das einschätzen ja!

00:35:55: Und er wollte unbedingt zurück auch um sein Wissen meine ich weiter.

00:36:00: Das ist auch eine gewisse, sag ich mal Idealismus die auch in der Zeit war.

00:36:04: Die kenne ich auch bei meinem Opa.

00:36:07: Die war ihr immer alle wichtig was sie lernen dass das nützlich wird für ihren Gesellschaften nach der Zweite Weltkrieg und der Aufbau diese Gesellschaften die Länder wie Syrien oder Libanon also die sind sehr besondere Zeiten und ich habe diese Personen auch die die in dem Fall meine Eltern oder meine Großeltern Jetzt mit Respektvoll.

00:36:32: Also immer, ja also auch meine Mutter als eine Frau alleine die sie musste auch Ja es war nicht einfach alles aufzubauen und dann immer zu weiterzuwandern Und ohne diese Erfahrungen die die alle gemacht haben wäre sicher auch meine Meine nächste Wanderung also nach Deutschland später ganz anders sein.

00:36:57: Es ist sehr interessant, finde ich.

00:36:59: Danke dass du das auch teilst von deinem Vater dieses... Das ist ja ein innerliches, eine innerliche Grenzerfahrung und du hast immer wieder jetzt in dem was du erzählt hast schon bei dem ersten Teil bis fünf davon gesprochen wie die Natur wo die Grenzen der Natur sind und wie du das wahrgenommen hast und dann natürlich eben von den Geschichten von Syrien.

00:37:21: dieses dieses Etwas ist auf einer Seite und auf der anderen.

00:37:26: Und auch was du gerade gesagt hast über das autonome Wahrnehmen von Welt, hat ja auch damit zu tun zu sagen da sind... also das ist meine Welt!

00:37:37: Und meine Welt ich arbeite als Künstler, du arbeitest in deiner Welt oder du verfestigst oder du gibst Formen dem, was in deiner Welt ist und ziehst damit ja schon auch eine Grenze.

00:37:52: Weil das nicht was meine Welt ist oder dass es nicht jemand anderes Welt ist.

00:37:58: Weißt du was ich meine?

00:37:59: Du baust wie in deinem Reich, in deinim Dorf, baust du mit viel hinschauen... In

00:38:06: deine Welt!

00:38:07: ...in deiner Welte.

00:38:09: Also das ist aus einem Dorfest

00:38:10: zu klein.

00:38:11: Nee, aus einem Dorf wird ein Welt.

00:38:15: Das stimmt.

00:38:16: Und da gebe ich dir recht.

00:38:18: befestigen, ich glaube oder reflektieren.

00:38:20: Also du bist... alles ist in Bewegung.

00:38:24: und glaube nicht man kommt nicht an dass das also man kommt niet an in der Sinne so wie sagen.

00:38:33: wir sagen auf arabisch ein sprichwort also lara hat da das heißt keine richtige ankommen oder Frieden bevor man sterbt.

00:38:45: Man ist immer in Bewegung und in Suche, nicht unbedingt in eine Aufregung.

00:38:51: Natürlich das nicht!

00:38:53: Aber man isst immer in einer Suche.

00:38:55: Das ist

00:38:56: eigentlich total schön was die Kinder hier sind.

00:38:59: Vielleicht gibt es eine Möglichkeit... In einem friedvollen Stimmung ist zu wenig.

00:39:08: In einem Friedvollen Sein mit dem Ganzen was nicht fried.

00:39:13: Also, was immer wieder herausfordernd und nicht glatt und immer wieder neu und wie in anderen... also bei dir ja wirklich wortwörtlich in andere Länder über verschiedene Grenzen gehen aber auch durch diese Arbeit die du machst, durch dein dich mit dem auseinandersetzen.

00:39:29: mein Bild dazu ist gerade wie wenn das was ist was tief in deine Erde geht so dass du weißt sowieso wurzeln Du guckst dir genau an was diese Elemente sind Und nimmst sie wieder bringst sie dann aber aus der Erde, aus dem Wurzeln und aus dem Alten heraus in einen Raum.

00:39:45: Der sichtbar ist für andere und dann auch diskutierbar.

00:39:48: Und aus dieser Beschäftigung mit den Wurzen gibt es vielleicht schon den Moment von – auch während du als Mensch am Leben bist – einen Frieden damit finden mit all dieser Verzweigtheit und dem vielen und den Drüchen oder?

00:40:04: Auf jeden Fall!

00:40:06: Ich meine das weißt Du auch sogar besser als ich mit allem, was ihr macht in Efra und also nehmen und geben.

00:40:18: Und mit den Menschen zu arbeiten aber auch als Künstler wenn man sich selbst arbeitet das ist auch eine andere Form Aber es hat viel zu tun wie gesagt noch auf Deutsch Mit diesem Sinn sucht bei uns als menschen für Gabe und an Austausch zu sein.

00:40:41: Ja, also wie wenn jemand sinkt oder das ist auch so finde ich.

00:40:47: Also

00:40:47: d.h.,

00:40:48: dass es ein Bedürfnis einen menschliche oder vielleicht sogar übermenschliches ist die Natur ja?

00:40:53: Also zu geben.

00:40:56: Würdest du auch sagen, dass fast schon ein alchemistischer Prozess ist, sodass du Erfahrungen... gefühltes, auch angefasstes gesehenes Gerochenes als Alchemist überträgst und eben in was hineingibst.

00:41:14: Was du der Welt gibst, was gesehen wird, was diskutiert,

00:41:21: wahrgenommen

00:41:21: werden kann?

00:41:22: Also ich glaube nicht.

00:41:23: Alchemy ist eine andere Prozess finde ich.

00:41:26: also über das Thema die Gabel, sagt man oft, die geben.

00:41:33: Ich meinte mehr mit diese Offenheit also dass wir dieser Moment zum Beispiel im Beziehung kommen oder mit den anderen Menschen auch was teilen und ich habe versucht zu reden über der Sinn Ein Grund für Kunst auch.

00:41:51: Dass das Kunst eigentlich, es ist nicht nur, sag ich mal befestigen oder reflektieren was man alles in seinen Kindheit erlebt und dass es ein... aber eigentlich was da tiefer ist, ist dieses Bedürfnis also eine ganz tiefe menschliche Bedürfeness, was zu geben um etwas zu teilen mit den anderen.

00:42:17: Es ist ein Kommunikations Wunsch,

00:42:20: Verbindungswunsch.

00:42:20: Ja und Verbindung ist noch besser und auch es ist aber sehr individuell.

00:42:28: Und da gehen wir zu Themen Autonomie.

00:42:30: Also der Künstler ist also nicht so... Aber gut, Künstlern zwischen zwei Kammern, also nicht nur Künstlers, aber je wie autonoma oder persönlicher oder subjektiver sind, jeder ist genau tiefer vielleicht.

00:42:47: Geleicht.

00:42:48: Vielleicht, vielleicht?

00:42:49: Vielleicht

00:42:49: auch nicht!

00:42:51: Ali du hast uns jetzt ganz viel erzählt und es ist eine richtige Reise gewesen für mich dir zuzuhören an verschiedenen Orten zu sein über Grenzerfahrungen, über Farben... Ich hoffe dich nicht

00:43:00: soviel aber... Nein

00:43:02: ich finde das wunderbar gesprochen.

00:43:04: Kannst du uns noch ein Bild oder vielleicht eine kleine Geschichte mitgeben?

00:43:10: also wie eine kleine Momentaufnahme die du aus einer dieser Zeiten Also vielleicht als du fünf warst, also sechs, sieben.

00:43:18: Also einen kleinen wie wenn wir zurück uns zoomen würden und da ist ein kleines Fenster offen.

00:43:25: gibt es da einen Moment der dir in den Kopf kommt?

00:43:28: Es gibt mehrere Momente.

00:43:32: oder aber da wie über diese Zeiten in diesem Dorf in Südsürien wo ich noch sieben oder acht Jahre alt war.

00:43:40: Ich erinnere mich dass die Friedhof war immer am Rande den Dorf.

00:43:45: Das heißt, die Toten werden in kleinen Häuschen da drin.

00:43:53: Diese kleine Häuser waren zerfallen mit der Zeit und man könnte als Kind durch diese Rissen reingucken.

00:44:06: Manchmal sieht man etwas wie Altenstoff.

00:44:08: Aber das ist diese Patina und diese Trockenheit auch.

00:44:20: Es hat mich immer wieder emotional als ein Moment, die aus der früheren Kindheit kommt.

00:44:26: Er hat mich begleitet und ich glaube mit meinem Kunst hat es mir sehr beschäftigt.

00:44:32: Wie die Materialität viel Bedeutung auch nimmt, also wie ein Kleid oder einen Stoff.

00:44:39: Ja und es ist ja auch wie ein bisschen die Materialität des Jenseits oder so da es wieder... Es gibt einen kleinen Moment in dem du durchgucken kannst und da ist etwas was eigentlich vergangen ist weil das Haus nicht zugänglich ist.

00:44:52: Also es ist wieder eine Art Grenze von was Leben sein könnte.

00:44:56: Das finde ich ein total schönes Bild!

00:44:58: Ja genau diese Gräbogenheit Verbogenheit, trotzdem fühlst du das.

00:45:03: Du weißt was da drin ist und es ist auch ähnlich wie unsere Vorstellungen natürlich über den Tod oder darüber.

00:45:11: Danke Ali!

00:45:12: Das ist ein total schönes Schlussbild weil ein bisschen hast du uns durch so eine Öffnung in dein Leben schauen lassen.

00:45:20: Vielen vielen Dank für deine Ehrlichkeit und deine Offenheit, dich darauf einzulassen auf diese Reise, auf diese Rolle rückwärts.

00:45:27: Und ich wünsche dir wunderbare Rollen vorwärs!

00:45:32: Ich freue mich auch immer mit dir zu reden und zu sprechen und danke nochmal für diesen Einladung.

00:45:40: Vielen Dank, lieber Ali für das berührende Gespräch.

00:45:43: Und euch vielen Dank fürs Zuhören!

00:45:45: Wenn Euch diese Rolle rückwärts gefallen hat, abonniert den EFRA Podcast gerne überall wo es Podcasts gibt und seid gespannt auf unseren nächsten Gast – Symin Samavati.

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